Deutsche Wirtschaft
Die beiden Säulen der Erholung

Die Nachfrage nach deutschen Produkten im Inland und Ausland wird im nächsten Jahr gleichmäßig steigen. Das dürfte dafür sorgen, dass die deutsche Wirtschaft 2010 weiter aufholt - große Sprünge sind dennoch nicht zu erwarten.
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FRANKFURT. So viel Ausgeglichenheit war selten. Die Nachfrage im Inland wie auch im Ausland dürfte im kommenden Jahr dafür sorgen, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft nach dem historischen Einbruch der weltweiten Konjunktur fortsetzen wird. Diese Auffassung vertritt eine Reihe bekannter Volkswirte.

"Im nächsten Jahr wird das Wirtschaftswachstum ungefähr zu gleichen Teilen von der Inlands- und der Auslandsnachfrage getragen", sagt Morgan-Stanley-Ökonomin Elga Bartsch. Sie erwartet Wachstumsbeiträge von 0,8 und 0,9 Prozentpunkten. Auch der Deutschland-Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Dirk Schumacher, geht davon aus, dass beide Komponenten "stützend wirken werden".

Innerhalb von sechs Monaten stiegen die Exporte fünfmal

Infolge der Wirtschaftskrise war eine Debatte über das sogenannte Geschäftsmodell der deutschen Wirtschaft ausgebrochen. Nachdem die international tiefen Einbrüche das exportabhängige, so stark in die Weltwirtschaft integrierte Land so heftig wie kaum eine andere Volkswirtschaft erwischt und mit in die Tiefe gezogen hatte, war die Kritik laut geworden, der Exportweltmeister dürfe nicht allein auf das Auslandsgeschäft als Wachstumsmotor setzen.

Aber nicht alles, was als Gefahr gesehen werde, stelle auch tatsächlich eine Bedrohung für Deutschlands Geschäftsmodell dar, stellte das private Forschungsinstitut Prognos zur Jahresmitte in einer Studie fest. Etwa den nachlassenden Investitionshunger der Schwellenländer nannten die Ökonomen eine "eher temporäre" Erscheinung - und sollen damit nun recht bekommen. Der globale Industriezyklus ist wieder leicht angesprungen, die Nachfrage nach Produkten "made in Germany" zurückgekehrt.

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