Deutsche Wirtschaft
Ohne die USA mutig voraus

Mit gebremsten Schwung ins neue Jahr – auf diesen gemeinsamen Nenner lassen sich die Erwartungen der deutschen Firmen bringen. Zwar ist die Stimmung nicht mehr so toll wie vor einem Jahr. Höhere Erträge erwarten die meisten deutschen Firmen aber dennoch – trotz der Immobilien- und Finanzkrise.

DÜSSELDORF. Zehn der insgesamt 45 befragten Wirtschaftsverbände gehen mit einer besseren Stimmung ins Jahr als noch vor zwölf Monaten. Das ist das Ergebnis der traditionellen, gestern abgeschlossenen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bei den Wirtschaftsverbänden.

Zum Jahreswechsel 2006/07 hatten noch 32 Verbände positiver als ein Jahr zuvor nach vorn geschaut. Doch die aktuelle, deutlich niedrigere Optimismus-Quote erscheint angesichts fast täglich sinkender Wachstumsprognosen der Wirtschafts- und Wissenschaftsinstitute noch recht ordentlich. Das gilt vor allem deshalb, weil sich die sinkende Zuversicht bei den meisten Unternehmen nur auf die vergleichsweise „weiche Frage“ nach ihrer Stimmungslage beschränkt. Geht es dagegen um harte Fakten wie Investitionen, Einstellungen, Umsatz, Produktion und Ergebnis, wagen die meisten Firmen auch diesmal einen mutigen Schritt nach vorn.

Der Aufschwung hat aus Sicht der Unternehmen auch im neuen Jahr noch Substanz und lässt sich nicht von der Immobilien- und Finanzkrise in den USA abwürgen. Diese bleibt demnach zumindest in Deutschland auf die Finanzbranche beschränkt. Im Einzelnen erwarten 25 Wirtschaftsverbände – mehr als die Hälfte – höhere Umsätze als im ohnehin schon guten Jahrgang 2007. Die Boom- und Vorzeigebranche schlechthin, der Maschinenbau, nimmt als einziger Verband sogar „wesentlich bessere Geschäfte“ ins Visier.

„Trotz der jüngsten Konjunktursorgen blicken die deutschen Branchen recht zuversichtlich ins neue Jahr“, fasst IW-Direktor Michael Hüther zusammen. Deutschland profitiere nach wie vor von der florierenden Weltwirtschaft. Zugleich liefere auch die Binnenwirtschaft Wachstumsimpulse. Darauf deuten die positiven Erwartungen für Investitionen und die Zahl der Beschäftigten hin. 25 von 45 Verbänden meinen, dass die ihnen angeschlossenen Unternehmen 2008 genauso viel investieren wie im abgelaufenen Jahr; weitere 14 prognostizieren sogar eine höhere Quote.

Nur sechs Bereiche, darunter das Handwerk und der seit Jahren gebeutelte Einzelhandel, wollen weniger Geld in den Ausbau ihres Wirtschaftszweiges stecken oder kalkulieren Stellenstreichungen ein. Hierauf müssen sich unter anderem Mitarbeiter bei Versicherungen, den Volksbanken sowie in der Energiewirtschaft einstellen. Lediglich vier Branchen befürchten „etwas niedrigere“ Umsätze bzw. Ergebnisse, darunter erwartungsgemäß die Banken. Bei ihnen haben sich die Aussichten in den letzten Monaten am stärksten eingetrübt.

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