Deutschland hofft auf Exporte
Neue EU-Länder sausen an uns vorbei

Wenn es um das Wirtschaftswachstum geht, werden uns die die EU-Beitrittsländer Ost- und Mittelosteuropas in nichts nachstehen. Ganz im Gegenteil. Dies zumindest behauptet das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH).

HB BERLIN. In einer am Mittwoch veröffentlichten IWH-Studie wird das Wachstum in diesen Beitrittsländern auf 3,8 Prozent für dieses Jahr und 4,1 Prozent für das nächste Jahr geschätzt. Schon 2003 seien die Wirtschaften dieser acht mittel- und osteuropäischen Staaten um insgesamt 3,6 Prozent gewachsen. Auch das größte Beitrittsland Polen wird nach einer eigenen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in diesem und im nächsten Jahr bei der Wirtschaftsleistung rund vier Prozent zulegen nach 3,7 Prozent im vergangenen Jahr. Russland, ein für die deutsche Wirtschaft zunehmend wichtiger Handelspartner, dürfte laut IWH in diesem und im nächsten Jahr sogar um jeweils rund fünf Prozent wachsen nach gut sieben Prozent 2003.

Die deutsche Wirtschaft erhofft sich vom Beitritt der acht ost- und mittelosteuropäischen Staaten zur Europäischen Union (EU) am 1. Mai einen Wachstumsimpuls, insbesondere zu Gunsten der deutschen Exporte. Die anziehende Konjunktur in der EU wird dem IWH zufolge aber auch die Beitrittsländer stimulieren. „Die Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung in der gesamten mittel- und osteuropäischen Region in diesem und im nächsten Jahr erscheinen angesichts der Anzeichen einer Erholung der westeuropäischen Konjunktur günstig“, hieß es in der IWH-Studie. Vor allem die außenwirtschaftlichen Impulse dürften das Wachstum in diesen Ländern treiben. Insgesamt treten zehn Staaten zum Mai der EU bei.

Polen verzeichnet nach der DIW-Studie seit 2003 nach zwei Stagnationsjahren wieder eine spürbare wirtschaftliche Erholung. Gründe seien die stark zunehmenden Exporte sowie ein Anziehen des privaten Konsums. Der größte Risikofaktor bleibe aber die Fiskalpolitik. Bei einer Fortführung des bisherigen Ausgabenkurses des Staates werde die Gesamtverschuldung Polens in den kommenden Jahren die verfassungsrechtlich gesetzte Grenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten. Dieser Wert gilt auch als Obergrenze für einen später geplanten Beitritt Polens zur Euro-Zone.

Mit den Euro-Kriterien hätten zudem weitere Beitrittsländer wie die Slowakei, Ungarn und Tschechien nach IWH-Analysen Probleme. Daneben gebe es bei etlichen dieser Länder Schwierigkeiten, ihre Inflation auf ein für die Euro-Zone verträgliches Maß zurückzuführen.

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