Deutschland vs. USA

Schuld sind immer die anderen

Das US-Finanzministerium übt heftige Kritik an der deutschen Exportpolitik – und Deutschland empört sich darüber. Doch beide Seiten reden aneinander vorbei. Dabei können sie viel voneinander lernen.
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Deutschland und die USA kritisieren sich gegenseitig in der Wirtschaftspolitik. Beide Länder stehen für zwei Extreme. Quelle: Getty Images

Deutschland und die USA kritisieren sich gegenseitig in der Wirtschaftspolitik. Beide Länder stehen für zwei Extreme.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfDas Thema ist ein Dauerbrenner. Bislang waren es vor allem französische Politiker, die sich über die deutschen Rekordexporte beschwerten. „Deutschland verschafft sich Vorteile auf Kosten anderer,“ kritisierte etwa die IWF-Chefin Christine Lagarde, als sie noch französische Finanzministerin war.

Nun richtet das US-Finanzministerium sehr deutliche Worte nach Berlin. „Deutschlands schwächliches Wachstum der Binnennachfrage und seine Exportabhängigkeit hat eine Erholung der Wirtschaft [im Euroraum] behindert, schreibt es in seinem halbjährlichen Bericht an den US-Kongress. Die deutsche Seite reagiert empört. Er könne derartige Kritik „auf gar keine Weise nachvollziehen“, sagte Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter am Rande der Koalitionsverhandlungen.

Die Debatte ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Deutsche und Amerikaner in der Wirtschaftspolitik aneinander vorbei reden. Dabei haben sowohl die deutsche als auch die US-Wirtschaft Schwachstellen. Beide Seiten könnten voneinander lernen. Die deutsche Wirtschaft muss amerikanischer werden – und die amerikanische Wirtschaft muss deutscher werden.

Das US-Finanzministerium beschreibt nüchterne Fakten. „Deutschland hat während der Euro-Krise seinen hohen Leistungsbilanzüberschuss beibehalten,“ heißt es in dem Bericht. Sprich: Deutschland hat viel mehr Güter ins Ausland verkauft als es von dort eingekauft hat. Im Jahr 2012 habe Deutschlands nomineller Leistungsbilanzüberschuss sogar den von China übertroffen, heißt es weiter. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss lag 2012 bei etwa 170 Milliarden Euro oder 6,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Und auch für 2013 erwartet das Münchner Ifo-Institut einen neuen Rekordüberschuss.

Die Kehrseite der deutschen Exportüberschüsse
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6 Kommentare zu "Deutschland vs. USA: Schuld sind immer die anderen"

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  • Erstens ist das nicht wahr, Deutschland hatte bis Ende der 90er Jahre mal Überschüsse mal Defizite und fährt erst seit etwa 2001 exorbitante Exportüberschüsse ein.

    Ein Schelm der da behaupten würde, das hinge mit der Einführung des Euro zusammen. Die Sache ist aus dem Gleichgewicht, der Euro ist zu schwach bewertet für Deutschland und zu stark für Rest-Euroland und solange Deutschland mit dieser ausschließlich auf den Export setzenden Politik weitermacht, wird sich die Lage nicht bessern.

    Da hilft es auch gar nichts, mit dem Finger auf die bösen Amerikaner zu deuten, die doch womöglich noch Schlimmeres veranstalten.

    Für unsere Wirtschaftspolitik sind wir schon selbst verantwortlich, da kann uns das Wissen um anderer Länder Probleme nicht raus helfen.

    Und irgendwann werden die Länder mit den Importüberschüssen den Schuldendienst einstellen, dann wird uns vielleicht bewusst, dass wir unsere ins Ausland gelieferten Waren mit unserem eigenen Geld bezahlt haben.

  • Also sind nicht Überschüsse das Problem, sondern Defizite! Derjenige der kauft, hat sich darum zu kümmern, dass er das auch bezahlen kann. Wo ist jetzt das Problem? Ach ja... ein paar unfähige Staatslenker müßten ihren Job machen...

    Noch was: Deutschland exportiert (neben Autos) sehr viele Investitionsgüter. Wenn Deutschland das einstellt (oder wir entscheiden uns unsere Maschinen selbst zu bedienen), dann verschlechter sich die Lage der anderen Länder! Das mag zu schwierig sein für die Finanzwissenschaftler die Bilanzen nicht von dem unterscheiden können was dahintersteht... ist aber so!

    Investitionsgüter werden gekauft, weil sie die maximale Gewinnerwartung versprechen: weniger Angebot bedeutet dann weniger Gewinn!

  • was wollen die Amerikaner mit einmal? Planwirtschaft nach Ostblock Vorbild? Deutschen Herstellern Restriktionen auferlegen?
    Noch bis vor 10 Jahren galt knallharter unbegranzter Wettbewerb nach US Kapitalismusvorbild und Auflagen, und jetzt die grossen sozialistischen, planwirtschaftlichen Ausreden um die eigene Wettbewersunfaehigkeit zu verdecken!!
    Die Amis laufen aber auf sehr duennem Eis.

  • Die Moral von der Geschicht' ist, der Rest der Welt (außer vielleicht CH,NL etc.) muß wettbewerbsfähig werden. Was nützt das ganze Spähen, wenn man blind ist?

  • Deutschland hatte doch schon immer Exportüberschüsse. Doch seit dem Wohlstandsbringer und der ökonomischen Goldgrube Namens Euro sind sie um ein vielfaches angestiegen in einer veränderten da globalisierten Weltwirtschaft.

    Never change a winning strategy. So einfach ist das. Over and out !

  • Nein, so ist das nicht! Die USA kann leicht die Schulden weginflationieren, weil die Gläubiger "Ausländer" sind: China und was weiß ich wer den Wahnsinn der Überschuldung noch finanziert. Die Zentralbanken steigen nicht aus, warum auch. Das riesen und nie mehr rückzahlbare Geld, welches im Umlauf ist und purste Inflation ist, werden früher oder später sozialisiert. Das "Volk" wird dafür gerade stehen müssen.
    Und noch ein Punkt... Deutschland soll seine Exporte einstellen... Das ist doch Wahnsinn oder? Das ist genauso als wenn ich zu einem Apple-Freak sage, ey - ab heute kaufst kein iphone mehr! Exportieren kann man doch nur, wenn die Produkte was taugen. Ich bin ohnehin sehr verwundert, warum die Amis nicht besser werden bzw. bessere Produkte herstellen. Die NSA saugt doch die Infos aus unseren Firmen raus. Kurz: Inflation ist Betrug am Volk, welches die gestiegenen Preise für Immos und Aktien nicht mehr bezahlen kann. Keine Altersversorgung und Vermögensaufbau ist mehr für die Masse möglich. Lest mal das Buch Spielgeld ein neues Wirtschaftssystem. Finde ich ungeheuer gut. Dort wird neben Lösungen auch über die ungute Arbeitsweise von Zentralbanken gesprochen.

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