Deutschland wächst langsamer als die Eurozone insgesamt
Aussicht für Weltwirtschaft trüben sich 2005 ein

Vor allem wegen der drastisch gestiegenen Ölpreise haben sich die insgesamt guten Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) für 2005 etwas eingetrübt.

HB WASHINGTON. Für dieses Jahr hob der IWF seine Prognose noch einmal an und erwartet mit 5,0 Prozent das stärkste Wachstum der Weltwirtschaft seit fast drei Jahrzehnten. Wie aus dem am Mittwoch in Washington vorgelegten Weltwirtschaftsausblick hervorgeht, dürfte 2005 vor allem eine langsamere Gangart der Konjunkturlokomotive USA das globale Wachstum auf 4,3 statt bisher erwarteten 4,4 Prozent bremsen.

„Das Wachstumstempo hat sich seit dem zweiten Quartal verlangsamt, vor allem in den USA, Japan und China, während die Ölpreise stark gestiegen sind“, stellen die IWF-Volkswirte in ihrem halbjährlichen Bericht zur Weltwirtschaft fest. Deshalb werde sich das globale Wachstum 2005 zwar fortsetzen, aber etwas niedriger als angenommen ausfallen. „Es überwiegen eher die Wachstumsrisiken, wobei insbesondere weiter schwankende Ölpreise ein Grund zur Sorge sind.“

Die USA bleiben dem IWF zufolge Wachstumsmotor, gefolgt von großen Teilen Asiens. 2004 werde die US-Wirtschaft um 4,3 (April-Schätzung 4,6) Prozent und 2005 um 3,5 (3,8) Prozent wachsen. Der IWF kritisiert das nach wie vor hohe Doppeldefizit - also im Haushalt- und in der Leistungsbilanz - der USA und sieht mittlerweile für das US-Wachstum immer mehr Abwärtsrisiken und Unsicherheiten. Nach einer Wachstumsdelle im zweiten Vierteljahr dürften sich die Wachstumsperspektiven im zweiten Halbjahr aber dank der weiter kräftig wachsenden Unternehmensgewinne und Haushaltseinkommen wieder bessern.

Am Freitag diskutieren die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen (G-7) in Washington die Lage der Weltwirtschaft. Am Wochenende findet in der US-Hauptstadt dann die Jahrestagung von IWF und Weltbank statt.

Von der Euro-Zone sind dem IWF zufolge immer noch keine spürbaren Impulse zu erwarten. „Die Erholung in der Euro-Zone verfestigt sich, bleibt aber relativ schwach und ist besonders abhängig von der Exportnachfrage“, heißt es in dem Bericht. Dies gelte insbesondere für die deutsche Wirtschaft, die ein Drittel der Euro-Zone ausmacht. Die IWF-Volkswirte erhöhten ihre deutsche Wachstumsprognose für 2004 auf 2,0 von 1,6 Prozent im April. Für 2005 rechnen sie nur noch mit einer BIP-Zunahme um 1,8 Prozent.

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