Devisenmarktinterventionen erwartet
Starker Euro fordert die EZB heraus

Der Druck auf die Europäische Zentralbank wächst, denn der Euro setzt seine Rekordjagd ungebremst fort. Am Freitag stieg die europäische Gemeinschaftswährung erstmals über 1,33 Dollar. Die Forderungen nach Interventionen werden lauter, doch erwarten Marktteilnehmer ein Eingreifen der Notenbank frühestens ab Euro-Kursen von 1,35 Dollar.

HB FRANKFURT/M. „Noch befindet sich die Marktpositionierung nicht so weit im Ungleichgewicht, dass eine Aktion einen nachhaltigen Effekt bringen würde“, schrieb dazu C. Ted Wright, Devisenexperte von Morgan Stanley. Auch für Jan Koczwara, Devisenhändler bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), ist ein Eingreifen der EZB „frühestens bei Kursen über 1,35 Dollar“ denkbar. Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt erwartet bei 1,35 Dollar zunächst nur eine weitere „Verschärfung der Rhetorik“, ohne dass es bereits tatsächlich zu Interventionen kommt. Diese werden erst eintreten, „wenn es in Richtung 1,40 Dollar geht“.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet beließ es zum Wochenende noch bei eher sanften Mahnungen. „Die jüngsten Bewegungen des Dollars zum Euro an den Devisenmärkten sind nicht willkommen“, sagte er am Rande einer Zentralbankenkonferenz in Rio de Janeiro.

Während Japans Finanzministerium, das für die Devisenpolitik verantwortlich ist, immer wieder betont, man stehe bereit, mit Dollarkäufen zu intervenieren, wenn die Marktbewegungen extrem werden, lehnt die EZB offiziell jeglichen Kommentar zur Möglichkeit von Interventionen ab. Für Nervosität unter Devisenhändlern sorgte jedoch zum Wochenausklang eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters: Unter Berufung auf „geldpolitische Kreise“ hieß es darin, die Zentralbank stünde bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren, wenn nötig.

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