„Die Zahlen sind bombig"
Deutscher Export legt kräftig zu

Der Außenhandel bleibt nach Ansicht von Experten die wichtigste Stütze der deutschen Konjunktur. Im April legten die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut kräftig zu. Dabei wurden sogar die Erwartungen von Analysten übertroffen.

HB BERLIN. Von März auf April seien die Ausfuhren saisonbereinigt um 5,2 % gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Mit 62,1 Mrd. € überstiegen die Exporte das Niveau vom April 2003 um 15,7 %. „Das Schwungrad der deutschen Wirtschaft ist und bleibt der Export“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. Deutschland profitiert dabei weiter vom Aufschwung in den USA und Asien, zunehmend aber auch von der Erholung der europäischen Handelspartner.

Die Importe nahmen zum Vormonat um 4,1 % zu und lagen mit 47,5 Mrd. € um 6,8 % über dem Vorjahresniveau. In der Handelsbilanz verzeichnete Deutschland damit einen Überschuss von 14,6 Mrd. € und in der Leistungsbilanz ein Plus von 10,2 Mrd. €. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt einen Handelsbilanzüberschuss von 13,0 Mrd. € prognostiziert.

Nachdem der boomende Export bereits zu Jahresanfang das deutsche Wirtschaftswachstum angetrieben hatte, gehen Volkswirte von einem weiteren Aufwärtstrend aus. Sollte sich das dynamische Wachstum in den USA abkühlen, dürften andere Regionen in die Bresche springen. „Auch unsere Nachbarländer liefern positive Impulse“, sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. „Frankreich ist nach wie vor unser wichtigster Handelspartner und auch dort laufen die Dinge besser.“

Im April legten die deutschen Ausfuhren in Länder der Euro-Zone um 13,7 % im Jahresvergleich auf 26,8 Mrd. € zu. In die Regionen außerhalb der Europäischen Union exportierte die deutsche Wirtschaft mit 28,1 Mrd. € sogar gut 18 % mehr.

Entscheidend für die Stärke der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland bleibt aber die Frage, ob der weltweite Aufschwung auch in Deutschland Unternehmen und Verbraucher zum Geldausgeben anregt. „Wenn wir dieses Exportwachstum nicht hätten, dann wäre die konjunkturelle Lage in Deutschland sehr düster“, sagte Manfred Kurz von der Bayerischen Landesbank. Zuversicht schöpften die Volkswirte aus einer Reihe unerwartet starker Konjunkturdaten. „Wenn man sich die Produktions- und Auftragszahlen und auch den Einzelhandel anschaut, gibt es zumindest erste Anzeichen, dass der Funke langsam auf die Inlandsnachfrage überspringt“, sagte Sartoris.

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