DIHK: Der Schwung ist bald wieder hin
Unternehmen fürchten um die Konjunkturerholung

Ein schnelles Abflauen der moderaten Konjunkturerholung befürchten einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern zufolge die deutschen Unternehmen. „Die wirtschaftliche Erholung verliert schon zum Jahresende wieder an Tempo“, erklärte der Deutschen Industrie- und Handelskammertag am Montag zu seiner Umfrage unter gut 22 000 Unternehmen.

HB BERLIN. Noch verlaufe die Konjunktur robust, die Erholung habe aber zuletzt nicht mehr an Breite gewonnen. „Die deutschen Unternehmen befürchten, dass die überhitzte Weltwirtschaft auf absehbare Zeit stärker an Schwung verliert, als die Binnennachfrage Tritt fasst.“ Die befragten Firmen rechneten mit einer nachlassenden Exportdynamik und planten nur eine mäßige Erhöhung ihrer Investitionen. „Der Beschäftigungsabbau setzt sich zumindest bis zum Jahresende fort“, lautete das pessimistische Fazit des DIHK für den deutschen Arbeitsmarkt.

In der Umfrage bewerteten die Unternehmen ihre Geschäftslage wie schon im Februar weiter unter dem Strich ungünstig. Nur 19 Prozent sprachen von guten Geschäften, 27 Prozent nannten die Lage schlecht. Die Geschäftserwartungen verschlechterten sich im Vergleich zur Februar-Umfrage. Nur noch 28 (Februar: 32) Prozent rechneten mit besseren Geschäften, 26 (22) Prozent erwarteten eine baldige Verschlechterung. Auch die Exporterwartungen schwächten sich ab: Nur noch ein gutes Drittel erwartet einen steigenden Auslandsabsatz, 13 Prozent sehen ihre Ausfuhren wieder sinken. Im Februar hatten noch 42 Prozent mit zunehmenden Verkäufen ins Ausland gerechnet.

Die Investitionspläne blieben weitgehend unverändert: Ein Fünftel der Betriebe will mehr investieren, ein Drittel aber seine Investitionen herunterschrauben. Zusätzliche Arbeitsplätze sind nach Ansicht des DIHK nicht in Sicht: Nur neun Prozent der Unternehmen wollen ihr Personal aufstocken, wie schon im Februar planen dagegen 30 Prozent Stellenabbau.

Sowohl die Lage als auch die Erwartungen stellten sich in den einzelnen Branchen dem DIHK zufolge sehr unterschiedlich dar: In der Industrie und bei Dienstleistern hielten sich positive und negative Lageeinschätzungen annähernd die Waage und unter dem Strich überwog noch die Zuversicht. Dagegen sah das Baugewerbe schon die Lage als verschlechtert an und blickte zudem sehr pessimistisch in die Zukunft. Auch der Handel äußerte sich dem DIHK zufolge überwiegend unzufrieden und skeptisch.

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