DIHK-Report
200 000 neue Jobs im Dienstleistungssektor

Die gute Dienstleistungskonjunktur wird sich nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) im nächsten Jahr fortsetzen - mit positiven Folgen für den Arbeitsmarkt. Rund 200 000 neue Jobs sollen entstehen, das geht aus dem bislang unveröffentlichten DIHK-Dienstleistungsreport Herbst 2007, der dem Handelsblatt vorliegt.

BERLIN. „Der Jobmotor Dienstleistungssektor läuft 2008 weiter. Auf Basis der positiven Beschäftigungspläne der Unternehmen rechnet der DIHK mit einem Plus von rund 200.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen allein im Servicesektor. Das sind zwei Drittel der für 2008 prognostizierten zusätzlichen Jobs", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem Handelsblatt.

Wansleben stützt seine Prognose auf den bislang unveröffentlichten DIHK-Dienstleistungsreport Herbst 2007, der dem Handelsblatt vorliegt. Der Report stellt eine Sonderauswertung der Konjunkturumfrage bei den 81 Industrie- und Handelskammern in Deutschland dar. Grundlage für die Ergebnisse sind Befragungen der Unternehmen durch die Kammern. Sie befragen jeweils eine repräsentative Auswahl von Mitgliedsunternehmern. Im Herbst haben sie rund 10 000 Unternehmsantworten aus dem Bereich der Dienstleistungen (ohne Handel) ausgewertet.

Zugpferd des Jobaufbaus sind dem Report zufolge die unternehmensnahen Dienstleister. Dazu zählen etwa IT-Dienstleister, Zeitarbeitsunternehmen, Unternehmensberatungen und die Verkehrs- und Logistikwirtschaft. Sie werden im Sog der weiterhin exportstarken deutschen Industrie die meisten Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Dagegen sind die personenbezogenen Serviceanbieter bei ihrer Personalplanungen etwas zurückhaltender. Insgesamt bleiben die Beschäftigungsperspektiven im Dienstleistungssektor überaus positiv.

Der DIHK appelliert an die Politik, die Entwicklung zu flankieren. Mindestlöhne seien genau der falsche Weg. „Sie schaden den Unternehmen, gefährden Arbeitsplätze und verringern gerade die Chancen Geringqualifizierter auf einen Job“, sagte Wansleben. Auch der beschlossene längere Arbeitslosengeldbezug für Ältere ist aus Sicht Wanslebens kontraproduktiv. Je länger Arbeitslosengeld gezahlt werde, desto länger dauere die Arbeitslosigkeit. „Statt am Arbeitsmarkt neue Beschäftigungshürden aufzubauen, sollte die Politik lieber alles daran setzen, dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, der auch im Dienstleistungssektor die Schaffung neuer Jobs zunehmend bremst“, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Größere Kraftanstrengungen im Bildungsbereich sowie ein erleichterter Zuzug ausländischer Fachkräfte müssten auf der politischen Agenda höchste Priorität haben

Unterm Strich hegen die Dienstleister für das kommende Jahr positive Geschäftserwartungen. Im Vergleich zur Frühjahrsumfrage sind die Erwartungen zwar leicht zurückgegangen; im Vergleich zur Herbstumfrage des vergangenen Jahres haben sich die Erwartungen jedoch positiv entwickelt. Der Erwartungssaldo der Dienstleister liegt mit 18 Prozentpunkten über dem Erwartungssaldo der Gesamtwirtschaft. Die Autoren des Dienstleistungsreports schließen daraus, dass vom Servicesektor im nächsten Jahr spürbare positive konjunkturelle Impulse ausgehen. Die Investitionspläne des Dienstleistungssektors passen ins Bild: Sie markieren ein neues Allzeithoch. Der Trend zu höheren Investitionen ist bei den Dienstleistern stärker ausgeprägt als in der Gesamtwirtschaft. Die guten Zahlen am Arbeitsmarkt sowie teilweise gestiegene Löhne nähren die Hoffnung, dass der Konsum in den nächsten Monaten zulegen wird. Für die Service-Anbieter ist das ein wichtiges Motiv, in zusätzliche Kapazitäten zu investieren.

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