DIHK-Umfrage
Deutsche Industrie rechnet mit schlechterem Jahr

Die boomende Industrie verliert nach Ansicht des DIHK im neuen Jahr an Fahrt. Gleich mehrere Entwicklungen sollen sich zunehmend belastend auswirken.

HB BERLIN. Der Sektor werde um rund vier Prozent zulegen nach etwa sieben Prozent im vorigen Jahr, wie DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier zu einer Umfrage unter rund 9000 Firmen erklärte. „Die deutsche Industrie setzt auch 2008 konjunkturelle Impulse - allerdings deutlich schwächer als 2007.“

Es dürften erneut rund 100 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Allerdings belaste der Fachkräftemangel zunehmend.

Grund für den gedämpften Optimismus ist laut Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), dass sich die Stimmung vor allem in baunahen und konsumbezogenen Branchen spürbar verschlechtert habe. „Die Sorgen der Betriebe richten sich vor allem auf den Preisanstieg bei Rohstoffen und Energie.“ Beunruhigend sei auch die langsamere Gangart der Weltkonjunktur infolge der noch nicht ausgestandenen internationalen Finanzmarktkrise. Die negativen Auswirkungen des starken Euro hielten sich hingegen noch in Grenzen. „Denn die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht“, betonte Treier.

Beim Export richten sich die Hoffnungen der Betriebe auf eine anhaltend starke Nachfrage aus den Schwellenländern. Vielversprechend seien die Wachstumsmärkte in Mittel- und Osteuropa, vor allem aber Russland, Indien und China. Beim Export erwartet der DIHK ein Plus von rund sieben Prozent nach etwa acht im abgelaufenen Jahr. Im Inland setze die Industrie wegen der positiven Lage und Aussichten am Arbeitsmarkt auf eine leicht steigende Kaufkraft der Verbraucher.

Die Neuaufträge der Industriefirmen legten im Dezember weniger stark zu als zuletzt, wie aus der NTC-Umfrage unter rund 500 Unternehmen hervorgeht. Dennoch stellten einige Firmen wegen Kapazitätsengpässen zusätzlich Mitarbeiter ein. Der Beschäftigungsindex kletterte auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Im Konzert der vier großen Länder in der Euro-Zone wurde Deutschland aber erstmals seit fast zwei Jahren von Frankreich als Wachstumslokomotive abgelöst.

Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex für das Währungsgebiet sank auf 52,6 von 52,8 Punkten. „Die Daten lassen darauf schließen, dass es im vierten Quartal erstmals seit Anfang 2005 wieder einen Rückgang bei der Industrieproduktion gegenüber dem Vorquartal geben wird“, sagte Jacques Cailloux von der Royal Bank of Scotland (RBS).

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