DIHK: Zwei Prozent Wachstum sind möglich
"Für die Konjunktur ist endlich Land in Sicht"

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält im kommenden Jahr in Deutschland einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von zwei Prozent für möglich. „Unter drei Voraussetzungen wird 2004 das Wachstum der deutschen Wirtschaft zwei Prozent erreichen“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Montag in Berlin bei der Vorlage der DIHK-Herbstumfrage unter mehr als 25 000 Mitgliedsunternehmen.

HB BERLIN. „Für die Konjunktur ist endlich Land in Sicht“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Montag in Berlin bei der Vorstellung der Herbstumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter mehr als 25 000 Unternehmen. Die deutsche Wirtschaft werde 2004 um zwei Prozent wachsen, wenn ein wirklicher Reformeinstieg gelinge, der Dollar nicht längerfristig absacke und die Lohnpolitik moderat bleibe.

„Die von uns erwarteten Anstöße vom Export werden von der Inlandsnachfrage unterstützt: Der private Konsum flackert wieder auf“, erklärte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Bei Investoren wie auch Konsumenten schlage zunehmend der Ersatzbedarf durch. Zudem profitiere die Produktion im kommenden Jahr vom Sondereffekt vier zusätzlicher Arbeitstage. Wansleben warnte jedoch, dass Wechselkurs-Kapriolen die Konjunktur zusätzlich heftig durchschütteln und den Beginn eines Aufschwungs verzögern könnten.

Investitionen und Beschäftigung werden nach DIHK-Einschätzung bei dem zu erwartenden Anziehen der Konjunktur „die Schwachstellen“ bleiben. Zwar rechnet der DIHK für das kommende Jahr erstmals seit 2000 wieder mit einem Anstieg der Investitionsausgaben der Unternehmen. Da diese Steigerung jedoch nur leicht ausfallen werde, verharre die Investitionsquote auf „einem historisch niedrigen Niveau“. Die aktuellen Beschäftigungspläne der Unternehmen ließen zunächst keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt erwarten. Es sei vielmehr zu befürchten, dass die Zahl der Arbeitsplätze im kommenden Jahr um weitere 100 000 zurückgehe, sagte Wansleben.

Wegen der jahrelangen Investitionsschwäche und der strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt sei zudem davon auszugehen, dass Deutschland mit der erwarteten Wachstumsrate im kommenden Jahr bereits an seine Grenzen stoße und sich auf Dauer keine Steigerungen von zwei Prozent erzielen ließen, sagte Wansleben.

Mit dem Ende der „hartnäckigen Stagnation“ der deutschen Wirtschaft rechnete der DIHK im Herbst 2003. Erstmalig seit dem Aufschwungjahr 2000 sei eine Stimmungsverbesserung bei der Lagebeurteilung vieler Unternehmen feststellbar. Auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich laut DIHK-Herbstumfrage spürbar aufgehellt. Für 2004 rechneten 29 % der Unternehmen mit einer besseren Geschäftslage als im Vorjahr. Nur noch 25 % gingen von einer Verschlechterung aus.

Überdurchschnittlich deutlich haben sich nach Angaben von Wansleben die Erwartungen der Kfz-Hersteller, des Werkzeugmaschinenbaus, des Kredit- und Versicherungsgewerbes und der unternehmensbezogenen Dienstleister verbessert. Nur bei Handel und Bauwirtschaft überwögen noch die Negativ-Einschätzungen. Im stark exportorientierten Süden Deutschlands hätten sich die Erwartungen besonders deutlich verbessert, während die Erwartungen der ostdeutschen Unternehmen „wieder enttäuschend schwach“ ausgefallen seien.

Der Export wird laut DIHK im kommenden Jahr wieder seine Rolle als Zugpferd der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland übernehmen. Diese optimistische Einschätzung der Industrieunternehmen stehe jedoch unter dem Vorbehalt, dass das internationale Wechselkursgefüge nicht „durch weitere Schwächeanfälle des US-Dollar“ aus den Fugen gerate und sich der Ölpreis auf einem moderaten Niveau bewege. In den kommenden Monaten werden die Exporte laut DIHK „wechselkursbedingt noch eine holprige Wegstrecke“ überwinden müssen. +++ Beate Preuschoff

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