Diskussion über Leitzinsenanhebung
Japan erwartet Zinserhöhung

Die Aussichten für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sind besser als die jüngsten ökonomischen Daten: Denn auch wenn das Wachstum deutlich unter den Markterwartungen lag, bleiben Japans Ökonomen für die weiteren Aussichten optimistisch.

TOKIO. Die Aussichten für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sind besser als die jüngsten ökonomischen Daten: Das japanische Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal zwar nur noch um real 0,2 Prozent zum Vorquartal und 2,0 Prozent zum Vorjahr. Dies zeigte die am Freitag vorgelegte erste Schätzung des Kabinettbüros. Negativ zu Buche schlugen sinkende Lagerbestände, eine zurückgehende Staatsnachfrage und sinkende Nettoexporte.

Doch auch wenn das Wachstum deutlich unter den Markterwartungen lag, bleiben Ökonomen für die weiteren Aussichten optimistisch. Unternehmensinvestitionen und Verbrauchernachfrage hätten als wichtige Wachstumsmotoren weiter zugelegt, argumentierten sie. Auch andere Konjunkturdaten wie die Industrieproduktion im Juni zeigten ein positives Bild. „Die Schwäche im zweiten Quartal ist temporär“, meint Ökonom Richard Jerram von der australischen Investmentbank Macquarie. Das Wachstum in den kommenden Quartalen werde voraussichtlich deutlich stärker sein.

Schätzungen für das Wachstum im laufenden Jahr liegen mit real knapp unter drei Prozent für japanische Verhältnisse hoch. Doch werden besorgte Stimmen lauter, die die Konjunkturentwicklung in den USA und ein nicht mehr ganz so starkes Wachstum der Firmengewinne anführen.

Die japanische Zentralbank blieb in ihrem am Freitag vorgelegten Monatsbericht bei ihrer Einschätzung, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft „leicht expandiert“. Notenbankchef Toshihiko Fukui wollte sich jedoch nicht auf eine Tendenz in Sachen Zinserhöhung in diesem Jahr festlegen. Im Juli hatte die Notenbank den Zins nach Jahren erstmals angehoben – auf 0,25 Prozent – und die gut fünf Jahre währende Nullzinspolitik beendet. Die Diskussionen über eine zweite Zinserhöhung hatten sich verstärkt, nachdem Atsushi Mizuno, ein Mitglied des geldpolitischen Rats der Bank von Japan, Anfang des Monats gesagt hatte, es sei eine „falsche Interpretation“ zu denken, es werde bis Jahresende keine Zinserhöhung mehr geben.

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