Diskussion um hohen Eurokurs
„EZB darf nicht zum Sündenbock gemacht werden“

Die EZB steht seit Wochen unter Beschuss aus Frankreich. Zentralbank-Präsident Trichet ist darüber wenig amüsiert. Er verteidigte erneut die Politik der Währungshüter und schickte eine deutliche Warnung an Paris.

HB BERLIN. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat sich erneut gegen einen größeren Einfluss der Euro-Länder auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank gewehrt. „Natürlich gibt es in einzelnen Ländern die Versuchung, die EU und die EZB zu Sündenböcken zu stempeln. Doch das ist nicht fair“, sagte Trichet in einem Interview mit der „Zeit“.

Der EG-Vertrag sehe vor, dass die Regierungen die EZB nicht beeinflussen dürfen. „Das ist eine sehr klare Aussage. Nicht die EZB definiert ihre Unabhängigkeit, es ist der Vertrag“.

Die EZB steht seit Wochen unter Beschuss aus Frankreich, weil die Regierung die Konjunktur durch den hohen Eurokurs bedroht sieht. Paris fordert deshalb eine aktivere Rolle der Politik in Fragen des Wechselkurses.

Trichet verteidigte außerdem die Rolle der Geldmengen-Entwicklung für die Entscheidungen der Notenbank. „Die Zwei-Säulen-Strategie ist sehr effektiv. Wir halten daran fest.“

Die Krise zweitklassiger Hypotheken in den USA sieht der Währungshüter gelassen. „Insgesamt wächst die Weltwirtschaft immer noch sehr stark.“ Die Korrektur an den Finanzmärkten, vor allem bei den Risikoaufschlägen für riskante Anleihen, begrüßte Trichet: „Im Moment würde ich sagen, dass dies eine gesunde Korrektur ist“.

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