Dissertation bestätigt die sehr hohe Prognosegüte
Bestnoten für den Handelsblatt-Indikator

Er ist verlässlich, genau und altbewährt – seit seinem Start vor elf Jahren hat sich der Handelsblatt-Frühindikator in Deutschland ein hohes Renommee erarbeitet. Nicht nur bei professionellen Konjunktur-Beobachtern in Instituten und Banken, sondern auch in zahlreichen Unternehmen.

DÜSSELDORF. Viele Firmen benutzen das Konjunktur- Barometer des Handelsblatts seit Jahren für die Prognose ihrer künftigen Geschäftsentwicklung. Und das völlig zu Recht, hat ein Wissenschaftler der Universität Bochum jetzt gezeigt. In seiner Dissertation verglich der Ökonom Christian Gayer den Handelsblatt-Frühindikator mit dem Konjunkturindikator der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und dem Ifo-Geschäftsklima-Index. Ergebnis: Für die Prognose des realen Bruttoinlandsprodukts liefert das Instrument dieser Zeitung mit Abstand die besten Resultate. „Der Handelsblatt- Frühindikator hat dabei eindeutig eine Sonderstellung“, sagt Gayer.

Andere Konjunktur-Profis loben den Indikator ebenfalls: „Auf Grund seiner langen Historie und seiner hohen Prognose-Güte erhält er zu Recht eine hohe Aufmerksamkeit“, sagt Conrad Mattern, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Activest und Autor des „Praktiker-Handbuchs Investment Research“ über Konjunktur-Indikatoren.

Christian Gayer hat in seiner jetzt im Peter-Lang-Verlag als Buch erschienenen Arbeit „Prognoseevaluation konjunktureller Gesamtindikatoren für Deutschland“ die Indikatoren mit modernen ökonometrischen Methoden unter die Lupe genommen. Mit dem erstaunlichen Ergebnis: Im Handelsblatt-Frühindikator stecken deutlich mehr Informationen, als auf den ersten Blick klar ist: „Mit bestimmten ökonometrischen Verfahren lassen sich mit dem Indikator auch zuverlässige Prognosen mit einem Vorlauf von bis zu drei Quartalen erstellen“, sagt Gayer. Eigentlich soll er nur das Wachstum in drei Monaten zeigen. „Für diesen Horizont ist der Indikator besonders informativ.“

Aber auch die längerfristigen Schätzungen können sich sehen lassen. Die Ergebnisse seien nicht schlechter als die deutlich komplexerer Prognose-Modelle. „Das war wirklich eine Überraschung“, sagt Manfred Lösch, Statistik-Professor an der Bochumer Universität und Doktorvater von Gayer.

Denn verglichen mit den aufwendigen ökonometrischen Modellen der Forschungsinstitute, die die komplette Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung abdecken, ist der Handelsblatt-Indikator vergleichsweise simpel. Er kombiniert Stimmungsindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima mit „harten“ Konjunkturdaten wie den Auftragseingängen in der Industrie oder den Einzelhandelsumsätzen. Die Einzeldaten werden unterschiedlich stark gewichtet und zu einer Aussage über die Konjunktur- Entwicklung in rund drei Monaten verdichtet.

„Manchmal ist das Einfache dem Komplizierten ebenbürtig“, kommentiert Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Universität Münster und Vater des Indikators. Sein Vorbild war der Konjunktur-Indikator des Sachverständigenrates, den dieser Anfang der siebziger Jahre entwickelt hatte. „Der Handelsblatt-Indikator ist eine konsequente Weiterentwicklung“, sagt van Suntum. Die Konstruktion aus Einzelwerten scheint eine der großen Stärken des Handelsblatt-Indikators zu sein: „Er kombiniert verschiedene Prognose-Instrumente und liefert damit bessere Ergebnisse als die einzelnen Komponenten allein“, sagt Lösch.

Van Suntum hat den Indikator seit 1992 regelmäßig überarbeitet – zuletzt im März 2003. „Dadurch hat sich die Prognosegüte noch einmal deutlich verbessert“, betont er. Früher lag die Fehlertoleranz bei plus/minus 0,5 Prozentpunkten. Van Suntum: „Jetzt ist sie höchstens halb so groß.“

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