DIW-Barometer und IW-Umfrage
Deutsche Wirtschaft läuft weiter auf Hochtouren

Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland setzt sich zum Jahresende weiter fort, die Wirtschaft wächst ungebremst. Und auch für das Jahr 2011 sehen die Unternehmen glänzende Geschäfte auf sich zukommen. Sogar das Vertrauen der Konsumenten zeigt einen anhaltenden Aufwärtstrend.
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HB BERLIN. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet einen unverändert starken Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung bis Ende des Jahres. Das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde zwischen Oktober und Ende Dezember voraussichtlich um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zulegen, teilten die Volkswirte bei der Veröffentlichung ihres monatlichen Konjunkturbarometers am Montag in Berlin mit.

Dieses Ergebnis runde das konjunkturelle Geschehen im ersten Jahr nach dem stärksten Produktionseinbruch der deutschen Nachkriegsgeschichte eindrucksvoll ab. Zwischen Juli und Ende September war die Wirtschaft ebenfalls um 0,7 Prozent gewachsen, im vorangegangenen zweiten Quartal gar um 2,3 Prozent und damit so schnell wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Begleitet werde die aktuelle Entwicklung von einer deutlichen Verbesserung zahlreicher Stimmungsindikatoren, hieß es weiter. Insbesondere in der gewerblichen Wirtschaft würden derzeit Rekordumfragewerte registriert, die inzwischen über dem Stand des zurückliegenden Aufschwungs lägen.

Die gute Stimmung unterstreichen auch die Ergebnisse der aktuellen Herbst-Konjunkturumfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Demnach sehen die Unternehmen glänzende Geschäfte auf sich zukommen. 55 Prozent der Firmen gingen davon aus, ihre Produktion im kommenden Jahr weiter nach oben zu fahren, nur neun Prozent erwarteten einen Rückgang, teilte das IW am Montag zu seiner Umfrage unter 1800 Betrieben mit. "Die deutsche Wirtschaft verlässt in schnellem Lauf das Krisental", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Im kommenden Jahr sei mit einem Wirtschaftswachstum von 2,25 Prozent zu rechnen, nach plus 3,5 Prozent 2010.

Privater Verbrauch kann sich zum Motor entwickeln

Besonders zuversichtlich blicken die Investitionsgüterhersteller in die Zukunft: Hier gehen fast drei Viertel von Produktionssteigerungen aus. Sie dürften dabei von der weltweit anhaltend hohen Nachfrage als auch der steigenden Investitionslust im Inland profitieren. Doch auch in den anderen Industriesektoren erwartet die Mehrheit der Firmen bessere Geschäfte. Im Bausektor gibt es ebenfalls mehr Optimisten als Pessimisten.

Auch das Vertrauen der Konsumenten zeige einen anhaltenden Aufwärtstrend, berichtet das DIW weiter. "Bleibt die Tendenz bestehen, wird der private Verbrauch immer mehr zum Motor des Wirtschaftswachstums", sagte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin. Die anhaltende Schuldenkrise im Euro-Raum könnte allerdings die Kauflust nachhaltig verschlechtern.

Darüber hinaus bleibe abzuwarten, inwieweit die ausgeprägte optimistische Stimmung zusätzlichen Auftrieb für das produzierende Gewerbe liefere. Die gute Stimmung sei vor allem ein Ausdruck schon erreichter konjunktureller Erfolge, erklärte DIW-Ökonom Ferdinand Fichtner. Starke Zuwachsraten wie im ersten Halbjahr seien in den kommenden Monaten seiner Meinung nach aber nicht mehr zu erwarten. Darauf wiesen auch die jüngst stagnierenden Auftragseingänge in der Industrie hin, sagte Fichter.

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  • Unser derzeitiger, erfreulicher Export(boom) ist ausschließlich mit Kredit finanziert. Wir schicken die Schecks gleich mit, zumindest innerhalb der Euro-Zone und in die USA, mit denen dann unsere Waren bezahlt werden können.

    Wir arbeiten mit Löhnen, teilweise 50% niedriger, sogar als Aufstocker, damit unser Export boomt und die Abnehmer dann die Waren über Kredit finanzieren, mit unserem Geld. Auf Hochtouren laufen auch deshalb die Privatinsolvenzen in der bRD – jeden Monat einen neuen Rekord, weil sich mit den Dumpinglöhnen seinen bisherigen Lebensstandard viele nicht mehr leisten können.

    im Gegensatz dazu prahlte Griechenlands Finanzminister damit, dass es in keinem Land Europas eine solch hohe Dichte an Porsche Cayenne´s gibt, als in seinem. Und die 400PS werden nicht mit Wasser befeuert. So lange die Milliarden aus der EU illegal angezapft werden, alles no problem

    Parasiten veruntreuen das Vermögen von uns Deutschen, das von uns, unseren Eltern und Großeltern mit viel Fleiß und harter Arbeit aufgebaut wurde. Und unsere Kinder werden noch in die Knechtschaft getrieben - alles zum Wohle ein paar Weniger.

    Und uns fällt nichts anderes ein, als zu Schimpfen, zu Kommentieren und tatenlos zuzuschauen. Selber schuld!!
    Seit Einführung des Euros geht es mit unserem Wohlstand nur noch abwärts. Seit 10 Jahren keine Lohnsteigerungen mehr bei uns, dafür um so mehr in allen anderen EU-Staaten.

    Wie konnten die iren, ein liebenswertes Volk von Schafzüchtern die Deutschen innerhalb weniger Jahre im Pro-Kopf-Einkommen überholen? Welche realen Güter werden dort erzeugt, dass einen solcher Wohlstandszuwachs erklärt werden könnte? Ach so, auch alles auf Pump. Und deren Raten dürfen wir jetzt auch bezahlen.

    Unser erträumter Aufschwung – eine Fata Morgana, der genau dann zu Ende ist, wenn Schäuble keine Schecks mehr innerhalb der EU zu verteilen hat und nächstes Jahr alle Konjunkturstrohfeuerpakete auslaufen. Neue Pakete gibt´s nicht mehr, weil jetzt die Staaten pleite sind. Das Geld für die Konjunkturpakete wurden nicht zum Aufbau und Modernisierung der industrie verwendet, das zum Abbau von Arbeitslosen geführt hätte, sondern zum Kauf von Träumen auf 4 Rädern Made in Germany – unser Exportboom. Eine Sackgasse.

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