DIW-Bericht
Wirtschaftswachstum setzt sich in gemäßigtem Tempo fort

Die deutsche Wirtschaft wächst trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in gemäßigtem Tempo weiter.Das DIW-Konjunkturbarometer zeigt für das laufende dritte Quartal ein Plus Bruttoinlandsproduktes von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal an.

HB BERLIN. Ungeachtet der Krise auf dem US-Immobilienmarkt wird die hiesige Wirtschaft nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im gemäßigtem Tempo weiterwachsen. Das am Montag in Berlin veröffentlichte DIW-Konjunkturbarometer zeigt für das laufende dritte Quartal einen Zuwachs des saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal an.

„Derzeit ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Verspannungen auf den Interbanken-Geldmärkten spürbar auf die Realwirtschaft niederschlagen“, erklärten die Experten. Insbesondere seien bislang keine Störungen der Kreditvergabe an den heimischen Nichtbankensektor erkennbar.

Risiken bestünden allerdings für den Fall, dass die Krise auf dem US-Hypotheken- und Immobilienmarkt die dortige private Konsumnachfrage schwächt und ein möglicher Abschwung der amerikanischen Wirtschaft den Rest der Welt in Mitleidenschaft zieht - wovon auch die deutsche Exportwirtschaft betroffen wäre.

Laut der Prognose zeigt sich das Produzierende Gewerbe - ohne Bauwirtschaft - abermals als robuster Motor des gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Abgesehen von einer schwächeren Entwicklung bei einigen konsumnahen Produktionsbereichen stehen die Zeichen bei den Energie- und Ausrüstungsgüterproduzenten weiter auf Expansion. Auch die Auftragslage stellt sich trotz der Rückschläge im Juli vom Niveau und im Zweimonatsvergleich nach wie vor günstig dar.

Für die Bauwirtschaft stellen sich die Erholungsaussichten etwas ungünstiger dar als noch im Vormonat. „Hier hat sich die zuletzt ungünstige Entwicklung der Auftragseingänge weiter fortgesetzt“, erklärten die DIW-Experten.

Der Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr zeige sich dafür in leicht besserer Verfassung als noch im Vormonat. Stabil zeigt sich das Wachstum wiederum bei den Dienstleistungssektoren. Allerdings bleibe abzuwarten, inwiefern sich die derzeitigen Finanzmarktturbulenzen auf die Wertschöpfung im Bereich der Finanzdienstleistungen niederschlagen werden.

Der abermalige Rückgang des ifo-Geschäftsklimas, der bei leicht gestärkter Lagebeurteilung auf gedämpfte Geschäftserwartungen zurückzuführen ist, sollte laut DIW derzeit nicht als Vorbote eines möglichen Abschwungs missgedeutet werden. „Vielmehr signalisiert das hohe Niveau weiterhin eine robuste Verfassung der Gesamtwirtschaft“, befand das DIW. „Ähnlich wie der Absturz der ZEW-Konjunkturerwartungen im August dürfte auch die Erwartungskomponente im jüngsten ifo-Geschäftsklima mehr die derzeitigen Finanzmarktturbulenzen widerspiegeln als eine real unterlegte Eintrübung der zukünftigen Geschäftsmöglichkeiten“, meinte der DIW-Experte Stefan Kooths.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%