DIW-Konjunkturbarometer: Außenhandel verpasst Konjunktur Schwung

DIW-Konjunkturbarometer
Außenhandel verpasst Konjunktur Schwung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht mit Blick auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland weiter ein geteiltes Bild.

HB BERLIN. „Mehr als zuvor wird das Gesamtbild der konjunkturellen Entwicklung durch eine Spaltung binnen- und außenwirtschaftlicher Kräfte geprägt“, erklärte das Institut am Montag in Berlin.

Im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsproduktes (BIP) zum Vorquartal um 0,4 % zulegen, hieß es in dem am Montag veröffentlichten DIW-Konjunkturbarometer. „Es sieht so aus, dass allein die Auslandsnachfrage das Wachstum trägt“, sagte DIW-Konjunkturexperte Andreas Cors. Die privaten Konsumausgaben seien dagegen aus Enttäuschung über die geringe Entlastung durch die Steuerreform und zusätzliche Belastungen der Bürger zurückgegangen. „Der Konsum dürfte abgerutscht sein“, sagte Cors. Bereits fürs vierte Quartal 2003 geht das DIW von 0,4 % BIP-Wachstum aus.

Positiv vermerkte das DIW die überraschen starken Daten zu Produktion und Auftragseingang im Dezember 2003. Auffällig sei aber die Spaltung zwischen binnen- und außenwirtschaftlichen Kräften. So signalisierten die stark eingetrübten Umsätze im Handel und die Neuzulassungen von PKW immer noch schwache Konsumausgaben der privaten Haushalte.

Cors sagte, der außenwirtschaftliche Impuls brauche „Zeit, um sich binnenwirtschaftlich durchzuwälzen.“ Dieses für einen Aufschwung in Deutschland typische Muster werde durch den schwachen Konsum behindert: „Wenn binnenwirtschaftlich die Zeichen auf Sturm stehen, ist diese Transmission gefährdet“. Ein alleiniges Abstützen der Konjunktur auf den Außenhandel sei riskant. So würden etwa negative Auswirkungen der Euro-Stärke die gesamte Wirtschaft treffen. „Durch neue Arbeitsplätze müsste der private Konsum gestärkt werden, das sehen wir aber ganz und gar nicht“, sagte er.

Das DIW erwartet für das laufende Jahr eine leichte wirtschaftliche Erholung und ein Wachstum von 1,4 %. Damit liegt das Institut unter den Prognosen der meisten Ökonomen und auch der Bundesregierung, die einen Anstieg des BIP zwischen 1,5 und 2,0 % voraussagen. Mit einem Wachstum von 0,4 % im ersten Quartal würde das Wirtschaftswachstum zwar deutlich über dem Durchschnitt des gesamten vergangenen Jahres liegen, in dem das BIP um 0,1 % geschrumpft ist. Eine Beschleunigung des BIP-Wachstums zum Jahresendquartal sehen die DIW-Forscher damit aber nicht. Die Daten zum vierten Quartal 2003 werden am Donnerstag vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

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