DIW-Konjunkturbarometer
Der Aufschwung kommt bei den Arbeitnehmern an

Traumhafte Lohnzuwächse prognostizieren die Experten des Instituts für Wirtschaftsforschung - zumindest durchschnittlich: 2,5 Prozent Zuwachs sind für 2011 kalkuliert, die Konjunktur soll um 3,2 Prozent wachsen.
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BerlinDer Aufschwung kommt zunehmend bei den Arbeitnehmern an. In diesem Jahr dürften die Löhne um durchschnittlich knapp 2,5 Prozent steigen, hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Prognose.

Für 2012 erwarten die Berliner Forscher sogar ein Lohnplus von fast drei Prozent. „Die Spielräume der Unternehmen sind angesichts der kräftigen Produktionssteigerungen beachtlich“, sagte DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Vor allem in den exportorientierten Branchen sollten die Gewinne weiter kräftig wachsen. Davon dürften auch die Beschäftigten profitieren.“

Das DIW rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent, das im kommenden Jahr auf 1,8 Prozent nachgeben soll. „Die Wachstumsdynamik schwächt sich zwar ab, steht aber auf einer zunehmend breiteren Basis“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Denn aufgrund der günstigen Arbeitsmarktlage und steigender Löhne dürfte der Aufschwung mehr und mehr auch beim privaten Konsum ankommen.“

Sinkende Ausgaben für Arbeitslosengeld auf der einen und steigende Steuereinnahmen und Sozialeinnahmen auf der anderen Seite dürften auch die Staatsfinanzen verbessern. Das Staatsdefizit werde in diesem Jahr auf 1,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und 2012 unter die Ein-Prozent-Marke fallen.

Spielraum für Steuersenkungen sehen die Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) derzeit nicht. „Die Verbesserungen des Staatshaushalts sind fast nur der guten Konjunktur zu verdanken. Die Politik hat bisher durch Konsolidierungen nur sehr wenig beigetragen“, sagte Fichtner.

„Jetzt die Steuern zu senken, ist angesichts der hohen öffentlichen Verschuldung, der Vorgaben der Schuldenbremse, aber auch angesichts zukünftiger Belastungen zum Beispiel für die Euro-Rettung oder die Energiewende, kaum zu verantworten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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