DIW-Konjunkturbarometer
Ökonomen sehen keine Gefahr für Aufschwung

Nach den schwachen Wachstumszahlen für das Frühjahr wächst die Zahl derer, die mit Zuversicht in das zweite Halbjahr blicken. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht in seiner ersten Prognose für das dritte Quartal von einer "Fortsetzung des Aufschwungs" aus. Ernste Gefahren aufgrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten sehen die Institutsökonomen nicht.

doh DÜSSELDORF. Die deutsche Wirtschaft gewinnt im laufenden dritten Quartal im Vergleich zum zweiten Vierteljahr leicht an Tempo. Das sagt das Konjunkturbarometer des Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) voraus. Es prognostiziert einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,4 Prozent nach 0,3 Prozent im zweiten Vierteljahr.

Damit stützt das Barometer die Aussage, die Ökonomen mehrheitlich mit Blick auf das zweite Halbjahr vertreten: Sie bezeichnen den Aufschwung trotz des schwachen zweiten Quartals als intakt und rechnen mit einer Zunahme der Wachstumsdynamik. Auch die Bankvolkswirte von Barclays Capital, die monatlich ein Konjunkturbarometer exklusiv für das Handelsblatt berechnen, erwarten eine Tempoerhöhung im laufenden Quartal. Sie sind mit einem BIP-Zuwachs von 0,7 Prozent im Vorquartalsvergleich allerdings deutlich optimistischer als das DIW.

Ausschlaggebend für die Zuversicht der Zunft ist unter anderem die anhaltend positive Entwicklung des Arbeitsmarktes, der den privaten Konsum ankurbeln dürfte. Nach Einschätzung des DIW bleibt das produzierende Gewerbe, ohne die Bauwirtschaft, die „kräftigste Triebfeder des gesamtwirtschaftlichen Wachstums“. Zuletzt hätten nahezu alle Produktionsindices im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich nach oben gezeigt. Auch die Auftragseingänge legten weiterhin zu, insbesondere bei den Investitionsgüterproduzenten. Für die Bauwirtschaft rechnet das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut mit einer leichten Erholung, die vor allem auf den Wirtschaftsbau zurückzuführen sein dürfte. Im Frühjahr hatte die Bauwirtschaft noch maßgeblich für den Konjunkturdämpfer gesorgt. Der saisonübliche Rückprall hatte sich auf Grund des milden Winters um einige Monate verschoben.

Stabil zeige sich das Wachstum der Dienstleistungssektoren. Der Bereich „Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister“ wachse proportional zur Gesamtwirtschaft, während die „Öffentlichen und privaten Dienstleister“ leicht dahinter zurückblieben, schreibt das DIW.

Die derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten hätten sich in der Berechnung des Barometers "noch nicht spürbar" niedergeschlagen, schreibt das DIW. "Allerdings ist derzeit nicht davon auszugehen, dass sich hieraus ernste Gefahren für die Stabilität des realwirtschaftlichen Wachstumsprozesses ergeben."

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