DIW
Pikante Verflechtungen mit Washington

Die Personalverflechtungen beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) werfen neue Fragen auf: Die Chefin des Washingtoner Instituts DIW DC, Amelie Constant, war offenbar auch beim Berliner DIW beschäftigt. Auf der Website des Berliner Instituts sieht das jedoch anders aus.
  • 0

DÜSSELDORF. Auf der Website des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts wurde Constant am gestrigen Mittwoch als „Senior Executive“ in der Vorstandsabteilung geführt. Zudem ist sie Vizedekan des Berliner Doktorandenprogramms.Unter ihrer DIW-Telefonnummer war sie gestern nicht zu erreichen. Ein DIW-Sprecher sprach von einem Fehler auf der Website, der in Kürze korrigiert werde. Er wollte sich nicht dazu äußern, mit welchen Aufgaben „Senior Executives“ in der DIW-Vorstandsabteilung betraut seien.

Das Verhältnis von DIW DC und DIW ist Gegenstand eines Berichts des Berliner Rechnungshofs. Umstritten ist nach Angaben aus dem Umfeld des Instituts die Werthaltigkeit der Dienstleistungen, die das DIW von dem rechtlich selbstständigen Washingtoner Institut bezogen hat. Der Rechnungshof empfiehlt dem Berliner Wissenschaftssenat, öffentliche Gelder wegen Fehlverwendung vom DIW zurückzufordern. Die Rückforderungen addieren sich offenbar auf einen Millionenbetrag. Das DIW muss bis zum 4. Januar Stellung beziehen.

Pikant sind die personellen Verflechtungen. So ist der DIW-Präsident Klaus Zimmermann Vorstandsvorsitzender (Chairman of the Board) von DIW DC. Bis vor kurzem wurde er dort zudem auch als „Mitarbeiter“ geführt. DIW DC Exekutivdirektorin Constant ist oder war offenbar auch DIW-Mitarbeiterin. Zudem kennen sich beide Wissenschaftler gut aus dem ebenfalls von Zimmermann geleiteten Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), wo Constant als „Visiting Research Fellow“ geführt wird und mehrere Papiere gemeinsam mit Zimmermann veröffentlicht hat.

Kommentare zu " DIW: Pikante Verflechtungen mit Washington"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%