DIW senkt Wachstumsprognose
Stotternd aus der Stagnation

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die deutsche Wirtschaft deutlich schlechter ins Jahr gestartet als erwartet.

HB BERLIN. Die Berliner Forscher rechnen nach Angaben vom Mittwoch im ersten Vierteljahr 2004 nur noch mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,1 % zum Vorquartal. Im Februar hatten sie noch ein Plus von 0,4 % vorhergesagt. „Die Konjunktur scheint nicht am Beginn einer spürbaren Erholung zu stehen“, erklärten die Konjunkturexperten. Sie verwiesen auf das Ausbleiben eines Impulses durch die Steuerreform sowie schwache Daten zum Auftragseingang der Industrie und zur Produktion.

Jüngst hatten das Hamburgische Welt-Wirtschaftsarchiv (HWWA) und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ihre Prognosen für das Gesamtjahr leicht auf 1,5 % gesenkt und dies unter anderem mit dem starken Euro begründet. Das DIW geht weiterhin von einem Wachstum von 1,4 % im Gesamtjahr aus.

Die deutsche Wirtschaft bleibt nach Einschätzung des DIW wegen der schwachen Binnennachfrage vom Außenhandel abhängig, der jedoch unter dem starken Euro leide. „Nur stotternd löst sich die deutsche Wirtschaft aus der Stagnation“, sagte DIW-Chefvolkswirt Gustav Adolf Horn. „Aus dem Export kommen zwar insgesamt noch Impulse, aber die sind wegen des starken Euro bescheiden. Der Export läuft zwar, aber wenn man hier von Konjunkturmotor sprechen kann, dann ist es ein schwacher Motor.“

Im Anstieg der Exporte im Januar zum Dezember um sechs Prozent sieht Horn im Gegensatz zu anderen Volkswirten keinen Grund zu großer Freude: „Das sind Großaufträge, die sich schon im Auftragseingang widergespiegelt hatten.“ Der Rückgang der Aufträge im Januar werde sich bald auch bei den Exportdaten bemerkbar machen. Der Auftragseingang in der Industrie war im Januar überraschend um zwei Prozent gesunken.

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