DIW-Zahlen
Japan-Krise kann deutsches Wachstum nicht stoppen

Trotz Japan-Katastrophe, Libyen-Krieg und steigenden Preisen: Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstum im ersten Quartal mehr als verdoppelt. Besonders die Baubranche treibt dabei den Aufschwung voran.
  • 0

Das Bruttoinlandsprodukt werde von Januar bis März voraussichtlich um 0,9 Prozent zum Vorquartal zulegen, teilten die Konjunkturforscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mit. Am Jahresende 2010 waren es nur 0,4 Prozent gewesen. "Dominiert wird die Dynamik von starken Nachholeffekten in der Baubranche", hieß es. "So konnte das Bauhauptgewerbe im Januar um eindrucksvolle 36 Prozent gegenüber dem Vormonat zulegen und damit den heftigen wetterbedingten Einbruch zu Winterbeginn mehr als wettmachen."

Aber auch die Industrie liefere kräftige Impulse, weil besonders die Bestellung aus dem Inland zugenommen hätten. "Ein gutes Signal für eine solide Binnenkonjunktur", sagte der DIW-Experte Vladimir Kuzin.

Auch die Aussichten seien gut. Die Katastrophe in Japan werde nach dem derzeitigen Stand keine wesentlichen Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben. "Erfahrungsgemäß sind die Einflüsse von Naturkatastrophen auf die Weltwirtschaft gering", sagte DIW-Experte Ferdinand Fichtner. Die deutsche Exportwirtschaft sei robust und flexibel. "Deswegen ist die Befürchtung einer breiten wirtschaftlichen Eintrübung in Deutschland nach unserer Einschätzung unbegründet", sagte Fichtner.

Experten rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum von bis zu drei Prozent. 2010 hatte es mit 3,6 Prozent das kräftigste Wachstum seit der Wiedervereinigung gegeben. Allerdings sind die Risiken für die Konjunktur in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Zu ihnen gehören ein möglicher Super-GAU in Japan, anhaltende Unruhen in den ölreichen Staaten des Nahen Ostens und eine höhere Inflation.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " DIW-Zahlen: Japan-Krise kann deutsches Wachstum nicht stoppen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%