Dramatischer Anstieg bei Insolvenzanträgen
Deutschland droht ein neuer Pleitenrekord

Die Konjunkturflaute sorgt für einen dramatischen Anstieg der Insolvenzanträge. Gegenüber dem Vorjahr schlidderten rund ein Viertel mehr Unternehmen in die Pleite. Auch immer mehr Privatpersonen kapitulieren vor ihren Schulden.

HB BERLIN. Deutschland steuert in diesem Jahr auf einen neuen Pleiterekord zu. In den ersten sieben Monaten seien bei den Amtsgerichten 58 701 Insolvenzanträge eingereicht worden, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das sind gut 24 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im Gesamtjahr 2002 waren rund 84 400 Pleiten gezählt worden. Setzt sich die Entwicklung der Monate Januar bis Juli 2003 im Rest des Jahres fort, würde dieser bisherige Pleiterekord deutlich überschritten. Allerdings war die Gesamthöhe aller offenen Forderungen in den ersten sieben Monaten 2003 mit 26 Milliarden Euro um ein Fünftel niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Hochkonjunktur auch bei Privat-Konkursen

Die bisherigen Rekordmarken des Jahres 2002 dürften in diesem Jahr sowohl bei den Unternehmenspleiten als auch bei den Insolvenzen übriger Schuldner - wie Verbraucher - überschritten werden. Die Zahl der Unternehmenskonkurse im Zeitraum von Januar bis Juli lag mit 23 537 um neun Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. 2002 waren insgesamt 37 579 Firmenpleiten gezählt worden.

Die Insolvenzen übriger Schuldner stiegen von Januar bis Juli 2003 zum Vorjahreszeitraum um 36,8 Prozent auf 35 164. Die Gesamtzahl des Jahres 2002 hatte bei 46 849 gelegen.

Im Juli zählten die Amtsgerichte mit 9 186 fast 21 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahresmonat. Dabei stieg die Zahl der Unternehmenspleiten um 8,5 Prozent auf 3 584 und die der anderen Schuldner um über 30 Prozent auf 5 602.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen kletterte um mehr als 55 Prozent auf 3 107, was Experten vor allem auf die neue Insolvenzordnung zurückführen, die Privatkonkurse erleichtert.

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