Düstere EU-Prognose: Schuldenkrise in Europa verschärft sich dramatisch

Düstere EU-Prognose
Schuldenkrise in Europa verschärft sich dramatisch

Die Schuldenkrise in Europa wird sich nach Einschätzung der EU-Kommission in diesem Jahr noch deutlich verschärfen. Das geht aus dem heute in Brüssel veröffentlichten Frühjahrs-Konjunkturprognose der Kommission hervor. Demnach steigen die Staatsdefizite in den 27 EU-Staaten 2010 auf den Rekordstand von durchschnittlich 7,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das sind gut vier Prozentpunkte über dem EU-Höchstwert von drei Prozent.
  • 20

HB BRÜSSEL. Die Schuldenkrise in der Euro-Zone weitet sich nach Einschätzung der EU-Kommission weiter aus. Die staatlichen Defizite werden 2010 im Durchschnitt um 0,3 Punkte auf 6,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zunehmen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel in ihrem Frühjahrskonjunktur-Gutachten mit. Die Neuverschuldung Deutschlands wird demnach auf 5,0 Prozent steigen nach 3,3 Prozent zuvor. Das Defizit vom größten Schuldensünder Griechenland soll auf 9,3 Prozent sinken nach 13,6 Prozent zuvor.

In den 27 EU-Staaten steigen die Staatsdefizite 2010 auf den Rekordstand von durchschnittlich 7,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das sind gut vier Prozentpunkte über dem EU-Höchstwert von drei Prozent.

Die Wirtschaft in Europa erholt sich demnach nur langsam von der schwersten Rezession ihrer Geschichte. Das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone wird nach der Frühjahrsprognose der EU-Kommission in diesem Jahr um 0,9 Prozent und 2011 um 1,5 Prozent zulegen. Der erwartete Zuwachs in der Europäischen Union mit ihren 27 Mitgliedstaaten liegt kaum höher. Im vergangenen Jahr war das BIP in der Euro-Zone und in der EU um jeweils rund vier Prozent geschrumpft - das war das stärkste Minus in der Geschichte der Währungsunion.

Die staatlichen Konjunkturpakete hätten die Rezession gestoppt, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. „Nach den ersten Wiederbelebungsanzeichen geht die Erholung jedoch sehr viel langsamer voran als bei früheren Aufschwüngen.“ Dies sei nach dem massiven Einbruch aber auch nicht verwunderlich. „Wir müssen nun dafür sorgen, dass das Wachstum nicht durch Risiken im Zusammenhang mit der Finanzstabilität beeinträchtigt wird“, sagte Währungskommissar Olli Rehn. Die neueste Prognose fiel einen Viertel Prozentpunkt besser aus als die Herbstprognose, da die Weltwirtschaft sich bereits kräftiger erholt.

Für Deutschland sagt die Kommission ein Plus des BIP von 1,2 Prozent in diesem Jahr und von 1,6 Prozent im nächsten Jahr voraus. Das von einer schweren Schuldenkrise geplagte Griechenland ist das einzige Euro-Land, in dem die Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr noch immer sinkt. Nach einem Minus von drei Prozent in diesem Jahr geht die Kommission von einem BIP-Rückgang um 0,5 Prozent 2011 aus.

Kommentare zu " Düstere EU-Prognose: Schuldenkrise in Europa verschärft sich dramatisch"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Jürgen:
    Wenn es diesen Monat noch eine Währungsreform gibt, kriegst Du mein Erspartes!

  • Auch in plädiere für eine baldige Währungsreform. Den Europäern bleibt auch gar keine andere Wahl. Liebe DeMark, wann kann ich dich wieder in den Händen halten und in meiner Geldbörse wie ein Kleinod hüten?

  • an aha - schlafe weiter....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%