Düstere Prognose: Bernanke warnt vor neuen Milliardenverlusten

Düstere Prognose
Bernanke warnt vor neuen Milliardenverlusten

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat ein düsteres Bild für die US-Wirtschaft gezeichnet. Weiter Verluste in Höhe von hunderten Mrd. Dollar könnten auf Finanzinstitute zukommen, sagte der Fed-Chef vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Zudem seien die Risiken für das Wachstum größer geworden.

HB WASHINGTON. Die US-Notenbank schließt hunderte Mrd. Dollar weiterer Verluste bei Finanzinstituten nicht aus und zeichnet ein düsteres Bild für die US-Wirtschaft. Die Marke von einer halben Billion Dollar Verluste werde zwar nicht überschritten, sagte Fed-Chef Ben Bernanke am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Bei 100 Mrd. Dollar sei man aber bereits jetzt und ein Mehrfaches davon könne noch auf die Banken zukommen. Auch habe sich der Ausblick für die Wirtschaft weiter verschlechtert und die Abwärtsrisiken für das Wachstum seien größer geworden.

Die Fed sei aber bereit, einer Rezession mit „substanziellen Schritten“ entgegenzuwirken, sagte Bernanke. Einige Analysten werteten dies als Indiz dafür, dass die Fed den Zins bei ihrer Sitzung Ende Januar um bis zu 75 Punkte auf dann 3,5 Prozent senken könnte. Führt die Aussicht auf Zinssenkungen an der Börse oft zu steigenden Kursen, blieb dies jetzt aus: Die Märkte in den USA und Europa gaben auf breiter Front nach.

Dazu trugen Händlern zufolge aber nicht so sehr Bernanke, sondern negativ aufgenommene US-Konjunkturdaten, neue Milliardenabschreibungen bei Merrill Lynch wegen der Hypothekenkrise und eine drohende Abwertung von US-Anleiheversicherern bei. „Es hat sich bestätigt, was wir alle denken, nämlich dass sich die US-Wirtschaft schnell in eine Rezession dreht“, sagte Analyst Greg Salvaggio von Tempus Consulting.

Der Bereich zweitklassiger Hypothekenkredite habe derzeit Außenstände von einer Billion Dollar, rechnete Bernanke vor. Diese verteilten sich auf etwa fünf Mill. Kreditnehmer, wovon etwa 20 Prozent zahlungsunfähig seien. „Ich sehe bislang etwa 100 Mrd. Dollar Verluste, aber es könnte zweifellos ein Mehrfaches davon geben, wenn in der nächsten Zeit die Zahl der Zahlungsunfähigen und der Zwangsvollstreckungen steigt.“

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