Düstere Prognose für 2007
Einzelhandel schraubt Erwartungen herunter

Die Stimmung im deutschen Einzelhandel hat sich zwar verbessert, die Zahlen können aber trotzdem nicht so recht überzeugen. Die Branche hat ihre Wachstumserwartungen für das laufende Jahr leicht gesenkt und rechnet für 2007 allenfalls noch mit einem hauchdünnen Umsatzplus. Positive Wirkungen auf die Beschäftigung im Einzelhandel seien daher nicht zu erwarten.

HB DÜSSELDORF. Neben der Mehrwertsteuererhöhung würden auch die Kosten der Gesundheitsreform und die hohen Energiepreise den Konsum dämpfen, prognostizierte der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) am Donnerstag in Düsseldorf. Der HDE präzisierte zudem seine Prognose: Das Umsatzplus werde 2006 voraussichtlich noch nominal 0,75 Prozent betragen. Bisher war der Verband von einem nominalen Wachstum zwischen 0,5 und 1,0 Prozent ausgegangen. Preisbereinigt (real) werde der Einzelhandel wohl überhaupt nicht in diesem Jahr zulegen.

„Das Geld sitzt wieder etwas lockerer. Insgesamt sieht es gar nicht so schlecht für den Einzelhandel aus“, sagte HDE-Präsident Hermann Franzen bei der Vorstellung der jüngsten Branchenumfrage des Verbandes. Meldungen, nach denen die deutschen Konsumenten im Spätsommer und Herbst in einem regelrechten „Kaufrausch“ gewesen seien, wies der HDE allerdings zurück: „Der Rausch beschränkt sich leider auf die Stimmung. Aber die Stimmung wird nicht eins zu eins in Cash umgesetzt“, sagte Franzen. Zugleich wehrte er sich gegen Berichte, nach denen der Handel die anstehende Mehrwertsteuererhöhung bereits als Vorwand für vorzeitige Preiserhöhungen nutze. „Dafür fehlt jeder empirische Beleg“, sagte der Verbandschef.

Laut HDE sind die Erwartungen in der Branche für das zweite Halbjahr 2006 hoch gesteckt: 42 Prozent der Händler gehen davon, dass sich ihre Situation im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2005 verbessert. Lediglich ein Fünftel rechnet mit einer Verschlechterung. Ein Drittel der Unternehmen habe in diesem Jahr Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich eingefahren, sagte Franzen. Besonders positiv sei die Lage in den Bereichen Möbel, Uhren, Schmuck, Spielwaren und teilweise auch bei Herstellern von Unterhaltungselektronik. Zu den Umsatzverlierern zählten vor allem der Zweirad- und Buchhandel sowie kleinere Fotofachgeschäfte, die den permanenten Preisverfall in der Branche schlecht verkraften könnten.

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