Düsteres Zukunftsbild: Deutsche Privatwirtschaft schlittert immer tiefer in die Krise

Düsteres Zukunftsbild
Deutsche Privatwirtschaft schlittert immer tiefer in die Krise

Lange Zeit hat die deutsche Wirtschaft die Fahnen in der Euro-Zone hoch halten können – inzwischen aber hat sich das Blatt gewendet. Während nun der tiefe Fall in der Euro-Zone im Januar zumindest gestoppt wurde, malen die Einkaufsmanager für Deutschland ein düsteres Zukunftsbild. Das Barometer rast immer tiefer in den Keller.

FRANKFURT. Die Einkaufsmanager, deren Pläne und Stimmungen monatlich von dem Informationsdienstleister Markit erfragt werden, schicken den entsprechenden Stimmungsindikator seit Monaten in einen Sturzflug. .

„Die Januar-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft den schlechtesten Jahresauftakt seit über einem Jahrzehnt erwischt hat“, kommentierte Tim Moore, Ökonom bei Markit Economics. Die anhaltende Talfahrt rechtfertige damit die vor kurzem nach unten korrigierte Wachstumsprognose der Regierung für dieses Jahr. Die Bundesregierung geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um zweieinviertel Prozent schrumpfen wird. Damit – und vor allem mit der These, dass bereits im Frühjahr eine Erholung der deutschen Wirtschaft einsetzen könnte – zählt sie allerdings sogar zu den eher optimistischen Auguren.

Die aktuellen Daten dagegen signalisieren, dass die deutsche Privatwirtschaft immer tiefer in die Krise schlittert. Das liegt laut Markit hauptsächlich an massiven Produktionskürzungen in der Industrie. Der gesamte Index sank nach vorläufigen Ergebnissen, die auf 85 Prozent der monatlichen Rückmeldungen basieren, gegenüber dem Vormonat um weitere 1,5 Zähler auf 38 Punkte ab – das dritte Rekordtief in Folge. Verantwortlich war nicht nur die Industrie, auch der Dienstleistungssektor sank. Der Rückgang war jedoch schwächer als im verarbeitenden Gewerbe.

Auch im gesamten Währungsgebiet war die Industrie weit stärker betroffen als der Service-Sektor. Aber immerhin, der Rückgang war in beiden Sektoren verglichen mit dem Vormonat geringer. Das Barometer legte nach ersten Schätzungen im Januar erstmals seit fünf Monaten leicht auf 38,5 Punkte zu.

Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson sagte, die Entwicklung gebe „ein bisschen Anlass zur Hoffnung, dass der wirtschaftliche Abschwung am Jahresende seinen Tiefpunkt erreicht hat“. Die Produktion sowie die Neuaufträge seien nicht mehr ganz so heftig geschrumpft. Der Blick auf die Beschäftigungsaussichten bleibt allerdings sehr trüb: Da die Firmen ihre Kapazitäten sehr stark reduziert hätten, seien im Januar noch mehr Stellen abgebaut worden. doh

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