Durch „App-Economy“
Mehr als eine Million Jobs in Europa

Die Entwicklung von Programmen und Diensten für Smartphones erweist sich in der EU einer Studie zufolge als eine Job-Maschine. Doch auf dem wachsenden Markt in Asien haben bisher einheimische Entwickler die Nase vorn.
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LondonDie Anbieter von Apps für Smartphones und Tablets könnten in der Europäischen Union in diesem Jahr bis zu 12,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Das ist Ergebnis einer aktuellen Studie des britischen Marktforschungsunternehmens Vision Mobile. Die App-Branche stehe damit für eine Million Arbeitsplätze in der EU.

Direkt in der App-Branche sind der Studie zufolge 670.000 Menschen beschäftigt, darunter 406.000 Programmierer. Darüber hinaus hätten viele Jobs in Branchen wie Gesundheit, Automobilbau, Unterhaltung und Bildung unmittelbar mit App-bezogenen Dienstleistungen zu tun. Daher summiere sich die Zahl der Arbeitsplätze in der „App-Economy“ in den 28 Ländern der EU auf über eine Million, rechnete Vision Mobile vor.

Besonders wichtig sind Entwicklungen für die mobile Apple-Plattform iOS: Jeder zweite Job in der „App-Economy“ sei iOS zuzuordnen. Die Google-Plattform Android werde in der EU zwar von mehr Menschen genutzt als iOS. Doch bei den Entwicklern ist sie der Erhebung zufolge weniger beliebt. 43 Prozent der Entwickler setzten auf die Apple-Plattform, während 35 Prozent das Google-System bevorzugten.

EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte am Mittwoch in Brüssel, das Tempo der Schaffung neuer Arbeitsplätze und des Umsatz-Wachstums in der App-Wirtschaft sei unglaublich. „Welcher andere Sektor wächst um 25 Prozent im Jahr?“ Die Effekte gingen weit über die Hersteller von Apps selbst hinaus. „Apple und andere haben eine wirtschaftliche Revolution begonnen“, sagte Kroes. Sie setze sich dafür ein, dass Europa bei dieser Entwicklung ganz vorne mitmische.

Die Studie von Vision Mobile zeigt jedoch auch, dass andere Regionen in der App-Entwicklung erfolgreicher sind. Derzeit treibe Asien – vor allem China und Indien – die App-Entwicklung voran. Im vergangenen Jahr seien in Asien dreimal soviele Smartphones verkauft worden wie in Europa. Im laufenden Jahr würden allein in China und Indien über 400 Millionen neue Smartphone-Nutzer hinzukommen. Entwickler aus Europa könnten noch erfolgreicher sein, wenn sie den wachsenden asiatischen Markt in Visier nähmen. „Die Sprach- und Kulturbarrieren sind aber für Entwickler in der EU signifikant höher.“ Daher seien Partnerschaften mit asiatischen Unternehmen unbedingt notwendig, um dieses Ziel zu erreichen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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