Ein sich selbst tragender Aufschwung ist nicht in Sicht
Bundesbank dämpft Konjunkturerwartungen

Ein sich selbst tragender Aufschwung ist nach Einschätzung der Bundesbank in Deutschland weiterhin nicht in Sicht. Das Wachstum im ersten Quartal sei nur vom Auslandsgeschäft getragen gewesen, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag in Frankfurt vorgelegten Mai-Monatsbericht.

HB FRANKFURT. Frühindikatoren signalisierten eine eher verhaltene Erholung und der Preisanstieg bei Öl und Rohstoffen könnte zusätzlich bremsen, heißt es in dem Bericht. Schwachpunkt bleibe der Konsum, wobei die Bundesbank für die Kaufzurückhaltung der Deutschen ein verändertes Sparverhalten mitverantwortlich macht. Die Erholung reicht nach Ansicht der Bundesbank nicht, um ohne Einsparungen das Haushaltsdefizit 2005 unter die europäische Obergrenze von drei Prozent des BIP zu drücken.

Monatsbericht der Bundesbank (pdf-Datei, extern)

Im ersten Vierteljahr war das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 % zum Vorquartal erhöht nach einem Anstieg von 0,3 % im Schlussquartal 2003. „Ein selbsttragender Aufschwung ist allerdings nach wie vor nicht in Sicht“, heißt es im Bericht. Das Wachstum habe vorwiegend vom Auslandsgeschäft hergerührt, während Konsum und Investitionen im Inland schwach geblieben seien. Bislang sei die Investitionsbereitschaft der Unternehmen noch gering. „Die konjunkturelle Erholung reichte nicht aus, um positiv auf den Arbeitsmarkt auszustrahlen.“

Die Zentralbank-Ökonomen verweisen zudem auf neue Risiken: „Auch könnten die sehr hohen internationalen Rohöl- und Rohstoffpreise vorübergehend bremsend wirken, zumal der für die Wirtschaft wichtige Euroraum erst langsam in Schwung kommt.“ Dagegen dürften andere Unsicherheitsfaktoren die Weltwirtschaft nicht vom Aufwärtskurs abbringen. Die Terroranschläge in Madrid am 11. März und die verschärfte Lage in Nahost hätten die Akteure in der Wirtschaft nur vorübergehend verunsichert. „Aus heutiger Sicht stehen die Chancen recht gut, dass es trotz der hohen geopolitischen Risiken nicht zu einer gravierenden Störung der weltweiten Wirtschaftsaktivitäten kommt.“ Die konjunkturdämpfenden Effekte der Euro-Aufwertung würden zudem vom kräftigeren Aufschwung der Weltwirtschaft ausgeglichen.

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