Einfuhrpreise
Importpreise sinken auf 22-Jahres-Tief

Die deutschen Importe haben sich im Juni so stark verbilligt wie seit gut 22 Jahren nicht mehr. Die Einfuhrpreise lagen um 11,3 Prozent unter dem Vorjahresstand.

HB BERLIN. Die Daten zur Preisentwicklung teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. „Dies war der höchste Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 1987 mit 12,6 Prozent“, hieß es. Im Mai hatte es noch ein Minus von 10,4 Prozent gegeben.

Grund für den drastischen Rückgang ist vor allem der Preisverfall bei Energieprodukten: Rohöl verbilligte sich um 42,7 Prozent, Benzin, Diesel und andere Mineralölerzeugnisse sogar um 44,1 Prozent. Auch viele Nahrungsmittel konnten günstiger im Ausland gekauft werden. Getreide kostete 29,2 Prozent und Milchprodukte 14,0 Prozent weniger.

Die Importpreise gelten als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung. Preissenkungen kommen in der Regel verzögert bei den Verbrauchern an. Wegen der drastisch eingebrochenen Energiepreise erwarten Analysten, dass die Jahresteuerungsrate im Juli erstmals seit 1987 sinkt. Sie rechnen mit einem Minus von 0,3 Prozent. Eine erste Schätzung will das Statistikamt am Mittwoch veröffentlichen.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Einfuhrpreise um 0,4 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Deutlich teurer wurden Mineralölerzeugnisse, für die 12,5 Prozent mehr verlangt wurden als im Mai.

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