Einkaufsmanager-Index
Auftragsrückgang bremst Aufschwung in der Industrie

Die deutsche Industrie hat wegen Auftragsrückgängen im Oktober deutlich an Fahrt verloren. Das Wachstum fiel auf den niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren, wie das britische Forschungsinstitut NTC mitteilte. Der NTC/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für die deutsche Industrie sank überraschend stark.

HB BERLIN. Der NTC/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für die deutsche Industrie sank auf 51,7 Punkte nach 54,9 Zählern im September und damit deutlich stärker als von Reuters befragten Analysten erwartet. Sie hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf lediglich 53,5 Punkte gerechnet. Mit einem Wert von über 50 zeigt der Index damit zwar noch Wachstum an. „Die Geschäfte liefen insgesamt jedoch nicht annähernd so gut wie zuletzt“, teilte das Institut mit.

Es war bereits der vierte Rückgang in Folge. Hauptgrund für die deutlich geringere Belebung war den Angaben nach die schwache Entwicklung beim Neugeschäft: Erstmals seit gut zwei Jahren erlitten die Firmen hier Einbußen. Der Index sank auf 49,1 Punkte und damit unter die Schwelle von 50 Punkten. Wie aus der Umfrage unter rund 500 Unternehmen hervorging, waren vor allem Hersteller von Konsum- und Investitionsgütern betroffen. Bei Produzenten von Vorleistungsgütern dagegen lief es weiter relativ gut.

Beim Exportneugeschäft zeichnete sich der Umfrage zufolge zwar noch eine Expansion ab, allerdings fiel diese deutlich geringer aus als im Vormonat. Auch die Industrieproduktion habe deutlich an Fahrt verloren, teilten die Forscher mit. Sie legte so wenig zu wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Die moderaten Produktionssteigerungen seien weitgehend das Ergebnis aus der Abarbeitung bestehender Aufträge, berichteten die befragten Unternehmen. Der Auftragsbestand nahm folglich ab. Es war der erste Rückgang seit gut zwei Jahren. Insgesamt stellten die Firmen angesichts der Entwicklung so wenig neue Mitarbeiter ein wie seit einem Jahr nicht mehr.

Die Verkaufspreise indes erhöhten sich den Angaben nach nur leicht. Der hohe Ölpreis sorgte aber spürbar für höhere Durchschnittskosten der Unternehmen, insgesamt schwächte sich der Preisauftrieb aber den dritten Monat in Folge ab.

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