Einkaufsmanager-Index: Beschäftigungsboom bei deutscher Industrie

Einkaufsmanager-Index
Beschäftigungsboom bei deutscher Industrie

Ungeachtet der Rezessionsängste in den USA ist die deutsche Industrie mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Wegen der guten Geschäftslage schufen die Firmen im Januar so viele Stellen wie seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr.

HB BERLIN. Der NTC/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für die deutsche Industrie stieg saisonbereinigt auf 54,4 Zählern nach 53,6 Punkten im Dezember. Analysten hatten für Januar ein Verharren auf dem Vormonatsniveau erwartet. „Die Zahlen belegen, dass sich das Produktionswachstum nach einer markanten Abschwächung im Herbst weiter erholt“, sagte NTC-Volkswirt Tim Moore.

Insbesondere die Hersteller von Investitionsgütern steigerten ihren Ausstoß zu Jahresbeginn kräftig. Die Industrie weitet ihre Produktion damit bereits seit fast zweieinhalb Jahren aus. Auch die Konsumgüterhersteller konnten ihre Auftragsbücher weiter füllen, während Produzenten von Vorleistungsgütern leichte Order-Rückgänge verbuchten: Das Barometer für den Auftragseingang in der Industrie stieg auf 52,1 Zähler von 50,9 Punkten im Dezember.

Trotz des anhaltend hohen Euro-Kurses und der Furcht vor einem Abschwung in den USA legten die Aufträge aus dem Ausland stärker zu als in den vergangenen drei Monaten. Um die Aufträge abarbeiten zu können, rekrutierten die Unternehmen so viele Mitarbeiter wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr: der Index für die Beschäftigung stieg auf 55,6 von 55,0 im Vormonat.

Wegen der höheren Auslastung legten die Auftragsbestände der Betriebe nur moderat zu. Zum ersten Mal seit über neun Jahren wurden die Fertigwarenlager hingegen in zwei aufeinanderfolgenden Monaten aufgebaut. „Falls sich die Auftragsbücher nicht wie von den Unternehmen erhofft bald noch stärker füllen, wird das wohl zu einer kräftigen Korrektur beim Produktionsindex führen“, warnte NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Wegen Verknappungen und Lieferengpässen bei Vormaterialien verlängerten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten im Januar stärker als im vergangenen Jahr. Die gestiegenen Preise bei Vormaterialien wälzten die Industriefirmen postwendend auf ihre Kunden ab: Die Unternehmen hoben per saldo ihre Verkaufspreise so stark an wie seit acht Monaten nicht mehr.

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