Einkaufsmanager-Index
Industrie und Dienstleister schränken Geschäfte ein

Der Dienstleistungssektor in Deutschland hat wegen Finanzkrise und Konjunkturschwäche seine Geschäfte im Oktober so stark zurückgefahren wie seit Mitte 2003 nicht mehr. Bei der Industrie war das Minus sogar so groß wie seit sieben Jahren nicht. Auch die Wirtschaft in der Euro-Zone beschleunigt ihre Talfahrt weiter.

HB BERLIN. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten vorläufigen Markit/BME-Einkaufsmanager hervor. Das Barometer für die Industrie fiel von 47,4 auf 43,3 Punkte und damit deutlich stärker als von Experten mit 46 Zählern erwartet. Werte unter 50 zeigen schrumpfende Geschäfte an.

Nicht ganz so düster sieht es bei den Dienstleistern aus. Hier ging der Index nur leicht von 50,2 auf 49,7 Zähler zurück. Das ist der schlechteste Wert seit neun Monaten. Analysten hatten mit einem größeren Rückgang auf 49 Punkte gerechnet.

Die Industrie litt vor allem unter stark rückläufigen Aufträgen. Noch nie seit Beginn der Erhebungen 1996 brachen die Bestellungen so stark ein. Vor allem die Autoindustrie verzeichne eine Nachfrageschwäche, schrieben die Marktforscher zu ihrer Umfrage unter 1000 Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungssektor. Zudem zeige sich, dass ein erschwerter Zugang zu Krediten die Kaufbereitschaft der Kunden dämpfe. In der Folge drosselten die Industriebetriebe ihre Produktion kräftig, zuletzt war der Rückgang im Oktober 2001 größer. Das hatte auch Auswirkungen auf die Beschäftigung: Erstmals seit November 2005 signalisierte hier der Index ein Minus.

Die Dienstleister berichteten den Marktforschern zufolge ebenfalls, dass Kunden wegen der Finanzkrise weniger ausgabefreudig seien. Der Auftragseingang ging kräftig zurück. Zahlreiche Unternehmen gehen nun nicht von einer schnellen Erholung aus: Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind so schlecht wie nie seit Beginn der Umfrage im Juni 1997. Entlastung kam für die Unternehmen aber von den Kosten: Der Preisauftrieb war so gering wie seit mehr als drei Jahren nicht. Der Markit-Composite-Index, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, sank von 48,5 auf 46,7 Zähler.

Auch die private Wirtschaft in der Euro-Zone hat ihre Talfahrt im Oktober beschleunigt. Die Industrie verlor wegen eines Auftragseinbruchs deutlich an Fahrt, wie aus dem vorläufigen Markit-Einkaufsmanagerindex hervorgeht, der ebenfalls am Freitag veröffentlicht wurde.

Seite 1:

Industrie und Dienstleister schränken Geschäfte ein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%