Einkaufsmanagerindex auf Tiefststand

Neuer Rückschlag für die US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft bekommt derzeit einen Dämpfer nach dem anderen. Nach Schlägen für den Konsum und den Immobiliensektor, geht jetzt noch ein wichtiger Konjunkturindex in den Keller. Experten sind uneins über die Folgen.
Update: 01.06.2011 - 17:56 Uhr 11 Kommentare
US-Präsident Barack Obama. Quelle: dpa

US-Präsident Barack Obama.

(Foto: dpa)

New York/DüsseldorfÜberraschend starker Dämpfer für die US-Wirtschaft: Die Industrie hat im Mai so stark an Fahrt wie seit Jahren nicht mehr verloren. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel auf den niedrigsten Stand seit September 2009. Das Barometer sank auf 53,5 von 60,4 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 57,7 Punkte gerechnet. Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. An den Börsen wurden die Daten mit Kursverlusten aufgenommen.

Der Einbruch des Barometers sei so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr, sagte Unicredit-Experte Harm Bandholz. Die Schwäche der Industrie sei keine gute Nachricht für die US-Wirtschaft, die im zweiten Quartal möglicherweise weniger stark wachsen könne als bisher angenommen. Zu schaffen machte den Unternehmen der Umfrage zufolge eine deutlich geringere Nachfrage: Das entsprechende Barometer fiel auf 51 Punkte von 61,7 Zählern im Vormonat und signalisierte damit nur noch geringe Zuwächse. In der Folge fuhren die Firmen die Produktion deutlich weniger stark nach oben als im April und stockten ihre Belegschaften mit gedrosseltem Tempo auf.

Bereits einen Tag zuvor waren enttäuschende Konjunkturdaten veröffentlicht worden. Das Konsumklima in den USA trübte sich im Mai unerwartet ein. Der Index für das Verbrauchervertrauen sank deutlich stärker als von Analysten erwartet. Außerdem gab es schlechte Nachrichten vom amerikanischen Immobilienmarkt. Die Preise für Wohnimmobilien sanken in den 20 größten Städten im März um 0,2 Prozent, wie aus dem Index von Standard & Poor's/Case Shiller hervorging. Der Index liegt inzwischen sogar unter dem Tief aus den Zeiten der Finanzkrise, das er im April 2009 markiert hatte.

Die weltweiten Aktienmärkte reagierten heute mit Kursverlusten. Der Dow Jones verlor kurz nach Eröffnung mehr als ein Prozent, auch der DAX rutschte ins Minus. Der Euro konnte von den schwachen US-Konjunkturdaten indes kaum profitieren. Am Nachmittag notierte er knapp über der Marke von 1,44 US-Dollar.

Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, sieht trotz der schwachen Daten keinen Grund in Konjunkturpessimismus zu verfallen. „Die gegenwärtige Tendenz bei den Frühindikatoren in den USA ist auch weltweit zu sehen: die Stimmung bewegt sich von euphorisch hin zu realistisch“, sagte Kater Handelsblatt Online. „Und das heißt, dass in der Weltwirtschaft wie auch in der US-Wirtschaft der Aufschwung weitergeht, und teilweise etwas unter Normalgeschwindigkeit verläuft, aber nicht darauf, dass er rückwärts fährt.“

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11 Kommentare zu "Einkaufsmanagerindex auf Tiefststand: Neuer Rückschlag für die US-Wirtschaft"

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  • QE2 war eine Lachnummer,
    ich habe es auf diesen Seiten schon einmal geschrieben.
    Erst nach dem ein ordentliches QE2 aufgelegt worden ist, erst danach, kann über ein sogenanntes QE3 oder wie man es nennen will, gesprochen werden.

    Man kann keine offiziellen Schulden von 14 Bil. haben und inoffizielle 100, und so machen als ob man mit 0,6 die Nation retten kann.


    Damit kann man höchstens die Dummschule beeindrucken.

  • Tja, der Immobilienmarkt ist nach wie vor tot und ohne den geht nix in den USA.
    Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist desolat, in der Industrie schaut´s noch einigermaßen aus.

    QE3 ist in Stein gemeisselt! Und das kommt dieses Jahr noch, vielleicht nicht direkt an QE2, aber dieses Jahr ist es noch soweit!

  • Kleine Randbemerkung,
    wenn ich erst jetzt verkauft hätte, wären es nur noch 220%. Du siehst, ich habe kein Gold gehabt, nein ich habe etwas Gehebeltes dazu besessen.

  • Du verstehst es auch nicht,
    die Geschichte Gold ist fürs erste abgeschlossen, mir reichen 350% Zugewinn. Wer an der Quelle der Dollars sitzt, bestimmt wer der Wohlhabenste ist, nicht der, der viele vom Wohlhabensten bekommen hat.

  • @ Dummschule Turk
    Kauf endlich Gold. Es läuft doch nicht mit deinen geliebten Dollars. Du vernachlässigst die Chinesen und die Inder. Schwachkopf Turk.

  • Kater versucht, die Lage schönzureden und auf Optimismus zu machen. dabei ist es offensichtlich, daß die US-wirtschaft in der nächsten zeit wegsacken wird. Das heißt negative wachstumsraten. Kater versucht weiszumachen, daß es sich nur um eine delle der Konjunktur handelt. Dabei stehen die USA finanziell mit dem rücken zur Wand und der konsum wird deshalb absacken. eine zweite Verschuldungswelle ist schlechterdings ausgeschlossen, und so geht es von jetzt an im rückwärtsgang. 3 oder 4 monate später wird dann der schock die deutschen konjunkturjubler schön ins stocken bringen, zum jahresende kommt die rezession auch bei uns an. Und dann ist für lange zeit essig mit Aufschwung.

  • Nicht ganz,
    das mit dem Fiat Money stimmt, aber erst werden die euch die Flügel (den Euro) stutzen, bevor sie wieder Neues Fiat Money (Dollars) drucken.

    Damit ihr für eure Euros nicht doch zu viel kriegt.

  • Was issn des Neues ?
    Barrack wohnt bald in der Barracke oder man zieht sich wie Baron Freiherr von Münchhausen mit FIAT-Money aus dem Sumpf.
    @ Karlo Deine Liste ist vollständig, sorry
    @ Dummschule.Deutschland Man sollte die Oberdummschule Europa gründen und in einer Badbank laufen lassen :-)))

  • Zitat von Karlo:
    "Einen dritten Weltkrieg provozieren..."

    Passend dazu: USA wollen Hackerangriffe zum Kriegsgrund erklären

    Siehe auch:
    http://www.heise.de/security/meldung/Bericht-USA-wollen-Hackerangriffe-zum-Kriegsgrund-erklaeren-1253088.html

  • Und ?

    will immer noch keiner in den Dollar wecchseln ?

    Wer demnächst wie die Amis und ein Großteil des Restes auf der Welt mit weniger auskommen muß, keiner sollte sich einbilden von ihren Sklaventreibern mehr zu bekommen, sollte Dollars besitzen. Denn diese stellen den wesentlichsten Besitz der Sklaventreiber dar. Und diese werden sie bis aufs Messer verteidigen.

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