Einkaufsmanagerindex: Chinas Werkbank trotzt der Euro-Krise

Einkaufsmanagerindex
Chinas Werkbank trotzt der Euro-Krise

Die chinesische Sonderkonjunktur hält auch im vierten Jahr der weltweiten Wirtschaftskrisen an. Die Stimmung unter den Einkaufsmanagern hat sich wieder aufgehellt - wenn bloß nicht der Immobilienmarkt wäre.
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Der offizielle Einkaufsmanagerindex des chinesischen Statistikamtes weist auf ein gutes Wirtschaftsklima in dem für Deutschland besonders wichtigen Absatzmarkt hin. Im Januar stieg der Wert auf 50,5 Punkte, nachdem er im Dezember bei 50,3 gelegen hatte. Damit scheint ein Schreck vom November überwunden zu sein. Damals zeigte das Stimmungsbarometer nur einen Wert von 49 – das bedeutet, dass die Aufträge tendenziell schrumpfen statt zu wachsen.

Ökonomen halten die Zahl für ein wichtiges Anzeichen dafür, dass Chinas Wirtschaft auch in diesem Jahr deutlich wächst. „Sie stützt unsere Theorie, dass die Wirtschaftsaktivität schon seit dem dem vierten Quartal des Vorjahres steigt“, schreibt Ökonom Yu Song von Goldman Sachs in Hongkong. Hintergrund ist eine lockerere Geldpolitik der Regierung: Peking ermöglicht den Banken seit November wieder eine etwas höhere Kreditvergabe.

Eine Mehrheit der Ökonomen erwartet für das Gesamtjahr 2012 ein Wachstum von rund 8,5 Prozent. Das liegt zwar etwas unter dem Vorjahreswert von 9,2 Prozent und deutlich unter dem Mittel der vergangenen Jahre von mehr als zehn Prozent. Es eäre aber immer ein ordentliches Ergebnis, mit dem China gut leben könnten. Seit 2009 ist das Reich der Mitte der größte Handelspartner Deutschlands außerhalb von Europa.

Trotzdem wird es kein einfaches Jahr für die Wirtschaftsplaner in Peking. Grund ist ausgerechnet die wundersame Sonderkonjunktur, die sie geschaffen haben.  Nach dem Ausfall Europas und Amerikas für das Exportwachstum hat die Zentralbank der Wirtschaft reichlich frisches Kapital zugeführt. Die optimistischen Chinesen haben viele neue Kredite aufgenommen und das Geld in neue Fabriken und in Immobilien investiert.

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Immobilienpreise sinken

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  • Zunächst DANKE, Frau Merkel, dass Sie sich mal zu Besuch im Land unserer Freunde einfinden. Der Besuch in der Mongolei (seltene Erden) wurde leider kaum bemerkt. Oder liegt es evtl daran, dass die wirklich wichtigen Sachen von den Insidern auch ohne die BILD bemerkt werden?

    Die Achse D/F—RUS—CN/ Japan

    Nimmt immer mehr Gestalt an.

    Besonders erfreulich ist es auch, dass sich unser Wohlstand inzwischen immer mehr auf die Kooperation mit China begründet.

    Und im Gegensatz zu unseren (alliierten-) Feinden, handelt es sich in der Zusammenarbeit mit China / Japan um eine echte kooperative Zusammenarbeit.

  • Das freut mich ja für die Chinesen, uns bringt das jedoch nicht weiter! Man sieht ja an China dass ein Land nur dann Wohlstand aufbaut indem es die eigene Industrie / Wertschöpfung ausbaut!

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