Einkaufsmanagerindex
Deutsche Industrie behauptet sich trotz Finanzkrise

Trotz Finanzkrise und immer neuer Ölpreisrekorde hat sich die deutsche Industrie im Mai gut behauptet. Deutsche Exportfirmen bekamen allerdings die zunehmende Kaufzurückhaltung ihrer US-Kunden zu spüren.

HB BERLIN. Der NTC/BME-Einkaufsmanagerindex blieb mit 53,6 Zählern auf Vormonatsniveau und signalisierte damit ein weiterhin solides Wachstum, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Freitag mitteilte.

Die Firmen fuhren ihre Produktion so stark nach oben wie seit acht Monaten nicht mehr. Gleichzeitig fiel aber das Auftragsplus niedriger aus, da die Nachfrage aus dem Ausland erstmals seit etwa fünf Jahren nachließ. Da außerdem zunehmend auf Halde produziert wird, sind die Aussichten auf eine anhaltende Produktionsdynamik laut NTC nicht gerade rosig: „Der Härtetest steht erst in den nächsten Monaten bevor“, sagte Volkswirt Tim Moore.

Die deutschen Exportfirmen bekamen die zunehmende Kaufzurückhaltung ihrer US-Kunden zu spüren, die nicht mehr so viele Produkte „Made in Germany“ orderten wie in der Vergangenheit.

„Geschadet hat dem Exportgeschäft besonders auch der starke Euro“, heißt es in dem NTC-Industriebericht. Durch den Höhenflug der europäischen Gemeinschaftswährung verteuern sich die deutschen Güter, womit Wettbewerbsnachteile auf den hart umkämpften internationalen Märkten verbunden sind.

Das schwache Plus bei den Auftragsbeständen im Mai war damit hauptsächlich auf Bestellungen aus dem Inland zurückzuführen.

Gegenwind schlägt den Firmen auch von der Kostenseite entgegen: Die Unternehmen mussten den stärksten Anstieg der Einkaufspreise seit Juli 2007 verkraften, den sie nur teilweise an ihre Kunden überwälzen konnten. Insbesondere Stahl sowie auf Mineralöl basierende Produkte erwiesen sich erneut als Kostentreiber.

Angesichts dieser Widrigkeiten wird nach Einschätzung von NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson in den kommenden Monaten auch die Industrie-Produktion zurückgehen.

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft mit 1,5 Prozent noch so stark gewachsen wie seit fast zwölf Jahren nicht mehr. Für das Frühjahrsquartal wird jedoch mit einer Abkühlung gerechnet.

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