Einkaufsmanagerindex Industrie beklagt drastische Auftragsflaute

Die Zahlen sind alarmierend: Der Einkaufsmanagerindex ist auf dem tiefstem Stand seit drei Jahren. Die Situation wird schlimmer, und zwar schnell. Deutschland macht da keine Ausnahme.
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Deutsche Wirtschaft sendet Warnsignale

BerlinDie Industrie in der Euro-Zone schlittert immer tiefer in die Krise. Auch in Deutschland hat sich die Talfahrt beschleunigt wie aus der Umfrage des Markit-Institut unter tausenden Unternehmen hervorgeht.

Die Geschäfte deutscher Firmen gingen so stark zurück wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um einen Zähler auf 45,2 Punkte, teilte das Markit-Institut heute mit. Damit entfernte sich das Barometer weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Chancen für eine rasche Trendwende stehen eher schlecht.

„Mit der Abkühlung der Weltkonjunktur ging auch das Neugeschäft zurück, insbesondere von den Exportmärkten“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Die Aufträge fielen so stark wie seit einem halben Jahr nicht mehr und gingen den elften Monat in Folge zurück. Die Unternehmen führten das auf die gedämpfte Nachfrage aus dem europäischen Ausland und sinkenden Bestellungen aus Asien zurück.

Die Unternehmen lasteten wegen der Auftragsflaute ihre Kapazitäten nicht mehr so stark aus wie bisher. Sie strichen deshalb den zweiten Monat in Folge Jobs. „Der Stellenabbau fiel zwar nur moderat aus, doch wurden unterm Strich bereits so viele Stellen gestrichen wie zuletzt Anfang 2010“, sagte Moore. Entlastung gab es dagegen auf der Kostenseite. Die Einkaufspreise fielen erheblich schwächer aus als in den zurückliegenden vier Monaten, weil vor allem Energie und Metalle billiger wurden.

Zuletzt hatten auch Umfragen vom Ifo-Institut und vom DIHK wachsende Sorgen um neue Unsicherheiten durch die verschärfte Schuldenkrise an den Tag gebracht.

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17 Kommentare zu "Einkaufsmanagerindex: Deutsche Industrie beklagt drastische Auftragseinbrüche"

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  • Das sind endlich gute Nachrichten, wir brauchen nicht mehr zu arbeiten, es wird eh alles verschenkt.
    Der Euro in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.
    Der Euro ist alternativlos, koste es was es wolle.

  • @abcdefghijk: lassen wir uns doch genau diesen Gedanken fortführen. Es wird nicht gespart. Nirgens, in keinem Land, sondern man macht auf Wachstum und breitet die Geldmenge noch aus, um zusätzliche Mittel zum Wachstum zur Verfügung stellen zu können. So weit, so gut. Ein Jahr lang, zwei Jahre lang, vielleicht, aber es wird länger dauern. Wesentlich länger. Was ist eigentlich in den letzten zwei Jahren passiert? Gibt es irgendeinen und auch nur irgendeinen Grund anzunehmen, dass dieses Tempo sich wesentlich erhöhen wird? Somit wird es ein sehr langer Prozess werden, der alle daran verbundenen Staaten in die Knie zwingt. Inflation, aber auch wesentliche Schwächung der Wirtschaft durch fehlende Investitionen, da man das Geld anderweitig verwenden muss, das wird das Ergebnis ihrer Alternative sein.

    Und da stellt sich schon die Frage, ist irgendjemand damit geholfen wenn Europa aus Solidarität gemeinsam pleite geht? Man sollte hier nicht vergessen, dass D auch als Absatzmarkt äusserst interessant sein könnte, wenn man dann noch Geld hätte.

  • Liebes HB
    ich habe meinen doch stark veränderten Beitrag gefunden

  • Wo is denn mein Beitrag?
    Gelöscht, ohne mir das zu agen?

  • So, ab jetzt wird immer mehr Sand ins Getriebe der deutschen Hochjubel-Wirtschaft kommen. Die lange Rezession wird jetzt beginnen. Hach wie kräftig das Wachstum doch wieder ist. und wie robust die deutsche Wachstumslokomotive !! ja, jetzt, jetzt gibts auf die mütze. und es ist gut so ! Wir werden jetzt diesen gigantichen Euro-Betrug zahlen ! Diesen miserablen Kuhhandel zugunsten des deutschen shareholder value. Jetzt kommt die rechnung, eine ohrfeige nach der anderen. und minuswachstum !

  • @Idiots_for_Eurobombs
    Ihre Brüningschen Thesen sind historisch widerlegt.Kein Land kann gegen die Krise so schnell ansparen, als das es dass vertrauen iregendwelcher Märkte (wer auch immer das sein mag) zurückgewinnen könnte. Auch der Volksmund weiß: "Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not". Wohlgemerkt, in guten Zeiten muss man Rücklagen bilden, Sparen in der Krise wirkt prozyklisch und verschärft die krise, nur wie man aktuell sieht.

  • @Idiots_for_Eurobombs
    Es ist ein Teufelskreis.Im Dez. und Feb. verlieh die EZB insgesamt rund eine Billion Euro an die Banken der EU (nicht an den Staaten!). Zinsen für diese Kredite: 1%. Laufzeit 3 Jahre. Das sind Schulden für den Staaten. Aber, wo ist das Geld geblieben? Wenn man den Banken noch mehr Geld auf Pump gibt, dann sind die Staaten Pleite. Und wenn man den Banken kein Geld gibt, dann sind die Banken Pleite, damit auch alle Sparer, klein und gross. Dann bricht das Wirtschaftssystem zusammen gefolgt von Unternehmenspleite und Massenarbeitslosigkeit. Was ist die Lösung? Banken zerschlagen und für befristete Zeit Kredite von der EZB direkt an Staaten und vielleicht auch Unternehmen vergeben, natürlich mit 1% oder noch weniger Zinsen.

  • Och, die ist doch je nach Richtung oder Laune gut oder schlecht :).
    Mal ein Index hier, mal ein Index da, wird schon alles. Die Wettbörsen haben zu tun, mal sehen welcher Kopf auf welchem Geldschein erscheint, und welche Blase als nächstes totgetreten wird. Gespannt bin ich mit wem Merkel jetzt aus den Bankenkreisen frühstückt, und was der für Tipps auf Lager hat.
    Der europäischen Notenbank bessere Mittel an die Hand zu geben, nunja, den lassen wir mal lieber so wursten wie den internationalen Währungsfonds, die USA drucken weiter Geld, die Engländer bekommen ihre Volkswirtschaft auch noch klein, die Chinesen werden anspruchsvoller und wollen glatt mehr Lohn für ihre Arbeit, hoffentlich nicht soviel wie die faulen Südeuropäer, die sollen gefälligst für die Pleite-Konzerne arbeiten gehen, dann gibts ja noch Afrika. Der internationale Währungsfond hat ja schon eine Bresche geschlagen. Lieber Afrika als Griechenland, oder konnte man das missverstehen? Auf zu neuen Ufern, Deutschland braucht neue Export-Länder, die müssen auch nicht wirklich solvent sein. Ups, nein, die müssen ja sparen, weil das Frühstück mit Ackermännern auch gespart wird. Der ist ja jetzt im Ruhestand, mit Tränen. Ist doch alles Ok im Staate? Also, ab zum grillen ins Wochenende.
    Sonst gibts noch einen inneren Burnout, statt Grillwürstchen mit Hormongeschmack.

  • Genau! Wir erhöhen die Steuern und subventionieren damit den Import italienischer Fiats, Kauf und Miete spanischer Fincas und Verzehr von griechischem Ouzo.
    Damit brummt erstmal der Export in Südeuropa wieder, und die deutsche Arbeitsproduktivität wird auf ein verträgliches Mass gedrosselt.
    Ausserdem gibts eine Verschrottungsprämie für deutsche Neuwagen, damit die gar nicht erst das Land verlassen und den Südeuropäern die Importrechnung verhageln.
    Passt? Kriegen wirs damit hin? Wenn wir alle fest dran glauben bestimmt.

  • Klingt optimistisch? Rohstoffe, Silber, Gold, Indices - heute fiel der Startschuß zum Großen Preis von Talwärts. Wer kommt zuerst unten an? Bildet sich im DAX eine Schlaufe, an der sich die Sieger aufhängen dürfen? Oder winkt ein Sprung aus dem Fenster? Wer kriegt den Bleiorden?
    War auch am Überlegen, das Abwärtsrennen beim Gold mitzufahren. Denn die Edelmetalle sind auf dem Weg zum Blechwert.
    Tippe ja sowieso, daß Gold gehypt worden ist, um in die steigenden Kurse den Keller zu entrümpeln. So lassen sich marode Bilanzen auffrischen.
    Goldstandard ist was für Romantiker, Postkutschenliebhaber, Billy the Kid und Jesse James, rauchende Colts und rauhe Pionierzeiten, auf die wir allerdings mit Schwung zusteuern.
    Muß mich jetzt wieder den wichtigen Dinge des Lebens widmen und schauen, was meine langfristige Wertanlage so abwirft.

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