Einkaufsmanagerindex
Deutsche Industrie schwächelt

Die deutsche Industrie hat wegen geringerer Auftragszuwächse auch im September an Schwung verloren. Das Neugeschäft legte so schwach zu wie seit zwei Jahren nicht mehr.

HB BERLIN. Dennoch steigerten die Betriebe ihre Produktion insgesamt kräftig und schufen unterm Strich mehr Arbeitsplätze, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Montag mitteilte. Der NTC/BME-Einkaufsmanagerindex (EMI) sank etwa wie erwartet auf 54,9 von 56,0 im August. „Damit signalisierte der Index zwar nach wie vor robustes Wachstum, liegt aber auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2005“, erklärte NTC zur Umfrage unter 500 Unternehmen.

Die Betriebe stellten per Saldo mehr neue Mitarbeiter ein als in den Vormonaten. Trotz des Euro-Höhenflugs kletterten die Neuaufträge im Exportgeschäft weiter kräftig, wenn auch etwas langsamer als zuletzt. Die Firmen weiteten ihre Einkaufsmenge so geringfügig aus wie zuletzt im Dezember 2005. Dennoch verlängerten sich die Lieferzeiten im Durchschnitt erneut drastisch. Dies lag zumeist an Kapazitätsengpässen bei Lieferanten, wie es hieß.

Trotz steigender Ölpreise und Transportkosten fiel der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise so schwach aus wie zuletzt vor zwei Jahren. „Zurückzuführen war dies, insbesondere unter den Investitionsgüterherstellern, in erster Linie auf niedrige Metallpreise“, erklärte NTC. Neben dem scharfen Wettbewerb war dies ein Grund dafür, dass die Unternehmen die Verkaufspreise so wenig erhöhten wie seit Februar 2006 nicht.

Auch die Industrie in der Euro-Zone verlor an Fahrt. Das Konjunktur-Barometer fiel auf 53,2 von 54,3 Punkten im August. NTC bestätigte damit vorläufige Berechnungen. Als einen der Hauptgründe für die Entwicklung nannten die hier 3000 befragten Unternehmen den gebremsten Zuwachs bei Neuaufträgen, der seit zwei Jahren nicht mehr so schwach ausgefallen ist.

Deutschland führte die vier größten Volkswirtschaften der Euro-Zone mit dem vergleichsweise stärksten Produktionsanstieg an. In Frankreich fiel der Zuwachs hingegen so mager aus wie seit 20 Monaten nicht mehr. Italien und Schlusslicht Spanien wiesen eine noch geringere Dynamik auf.

Der noch immer robuste Aufschwung sorgte in der Euro-Zone insgesamt dafür, dass die Industrie unterm Strich weiter Stellen schuf. Das Beschäftigungsplus fiel jedoch ähnlich niedrig wie im August aus, als so wenige Stellen geschaffen wurden wie seit zehn Monaten nicht.

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