Einkaufsmanagerindex
Deutschland ist Lichtblick in der Euro-Zone

Die deutsche Wirtschaft ist im Juni zwar erneut auf Wachstumskurs geblieben und bildet damit eine positive Ausnahme in der gesamten Euro-Zone - die Dynamik aber lässt nach.

doh FRANKFURT. Das zeigt der Einkaufsmanagerindex des britischen Forschungsinstitutes Markit und der Royal Bank of Scotland (RBS), eine Stimmungsumfrage unter rund tausend Unternehmen aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor. Das Barometer, das die Umfrageergebnisse für beide Bereiche zusammenfasst, lag im Juli bei 53 Zählern. Damit war der Juliwert zwar immer noch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, aber unter dem Vormonatswert von 55 Punkten.

Ausschlaggebend für den Abwärtstrend war der stärkste Anstieg der durchschnittlichen Kosten seit September 2000, mit denen die Unternehmen der Privatwirtschaft konfrontiert waren. Der Ölpreis hatte auch gestern wieder ein neues Hoch erreicht und war auf mehr als 145 US-Dollar geklettert. Vor allem Industriebetrieben dürfte der Preisanstieg von Vormaterialien wie Stahl und Kunststoffen zu schaffen gemacht haben.

Deutschland als größte Volkswirtschaft des Euro-Raums war trotz des Rückgangs das einzige Land, das unter dem Strich auf Wachstumskurs blieb. In der gesamten Euro-Zone war der Index auf Schrumpfkurs - sowohl für das verarbeitende Gewerbe als auch für den Servicesektor. Er sank von 51,1 auf 49,3 Punkte im vergangenen Monat und zeigte damit die ersten Wachstumseinbußen in der Privatwirtschaft des Währungsgebietes seit Juli 2003 an, teilte Markit mit.

Die Daten zeigen aus Sicht des Chefvolkswirts der Royal Bank of Scotland, Jacques Cailloux, dass sich die Privatwirtschaft in Spanien und Italien nun in der Rezession befinde und dass Frankreich "auf dem besten Weg in dieselbe Richtung" sei. "Gleichzeitig deuten die Daten auf eine weitere Erhöhung des Inflationsdrucks hin", kommentierte Cailloux. Die Zinserhöhung der EZB - die Notenbank hatte die Zinsen gestern um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent angehoben - war dem Ökonom zufolge zwingend.

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