Einkaufsmanagerindex
Dienstleister nähern sich wieder dem Wachstum

Nach langer Durststrecke rückt für die deutschen Dienstleister allmählich wieder Wachstum in Reichweite. Der Abschwung der europäischen Dienstleister verlangsamt sich.
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HB BERLIN. Der Einkaufsmanagerindex kletterte im Juli auf den höchsten Stand seit Oktober 2008. Das Barometer stieg um 2,9 auf 48,1 Punkte, wie die Marktforscher von Markit am Mittwoch zu ihrer monatlichen Umfrage unter 500 Unternehmen mitteilten. Damit nähert sich der Index der Schwelle von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. „Der deutsche Service-Sektor ist wieder auf dem Weg der Besserung“, hieß es.

Die Unternehmen kurbelten ihre Geschäfte mit den schärfsten Preissenkungen seit sechs Jahren an. „Als Motiv gaben die Befragten an, damit die Nachfrage gezielt zu stimulieren“, hieß es. Aber auch der scharfe Wettbewerb und sinkende Einkaufspreise spielten eine Rolle.

Um dennoch profitabel zu bleiben, setzten viele Firmen den Rotstift bei der Beschäftigung an. Den sechsten Monat in Folge wurden Stellen abgebaut, wenn auch nur wenige. „Die Firmen, bei denen es zu Entlassungen kam, begründeten diese mit Kostensenkungsmaßnahmen und der Anpassung der Personalstärken an die anhaltend gedämpfte Nachfrage“, schrieben die Forscher.

Die Rezession der Dienstleister in den 16 Euro-Ländern hat im Juli ebenfalls an Schärfe verloren. Die Geschäfte schrumpften so langsam wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 1,0 auf 45,7 Zähler, wie die Marktforscher von Markit am Mittwoch zu ihrer monatlichen Befragung von 2000 Unternehmen mitteilten. Damit blieb das viel beachtete Barometer aber weiter unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum angezeigt wird.

In Italien verbesserte sich die Lage der Dienstleister, zu denen Restaurants ebenso gehören wie Banken. In den beiden anderen großen Volkswirtschaften Frankreich und Spanien liefen die Geschäfte dagegen schlechter. Trotz der Aussicht auf ein Ende der Rezession bauten die Dienstleister mehr Stellen ab als im Vormonat. Die Arbeitslosigkeit im Währungsgebiet war im Juli auf ein Zehn-Jahres-Hoch gestiegen. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg. Dadurch droht der private Konsum unter Druck zu geraten, was wiederum viele Dienstleister treffen würde.

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