Einkaufsmanagerindex
Einzelhandel erstmals wieder mit Umsatzplus

Der deutsche Einzelhandel hat im Februar nach langer Durststrecke offenbar erstmals wieder steigende Umsätze verbucht. Erstmals seit September 2007 schaffte es der Einkaufsmanagerindex wieder über die psychologisch wichtige Marke von 50 Punkten.

HB BERLIN. Die milde Witterung sowie Preisnachlässe hätten sich positiv auf das Geschäft ausgewirkt, ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Bloomberg und dem Marktforschungsinstitut NTC. Der ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Branche kletterte auf 52,1 Punkte von 44,2 Zählern im Vormonat. Damit schaffte die Branche erstmals seit September 2007 den Sprung über die magische Grenze von 50 Punkten: Werte darüber deuten auf steigende Umsätze hin. Im Vergleich zu 2007 fiel die Verbesserung noch größer aus.

Allerdings sei der Vorjahreswert wegen der Belastungen durch die Mehrwertsteuererhöhung besonders niedrig gewesen, teilte NTC mit. Der Index kletterte gegenüber dem Vorjahresmonat auf 57,0 Punkte und damit den höchsten Wert seit fast einem Jahr. Gut für das Geschäft ist den Angaben zufolge auch das ungewöhnlich frühe Osterfest in diesem Jahr, das die Kauflaune angekurbelt habe.

Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von rund 500 deutschen Einzelhändlern, die immer kurz vor Monatsende konkrete Angaben zu ihrer Umsatzentwicklung machen. Die Daten sind damit ein zuverlässiger Indikator für die tatsächliche Umsatzentwicklung. Die neuesten Zahlen für Januar sollen am Freitag veröffentlicht werden.

Der Einzelhandel leidet seit langem unter der geringen Kauflust der Deutschen, die ihr Geld zuletzt auch aus Angst vor der hohen Teuerung lieber auf die hohe Kante legten. Die Mehrwertsteuererhöhung im vergangenen Jahr hat der Branche zudem einen kräftigen Dämpfer versetzt. Die Branche hofft dieses Jahr auf eine Trendwende und setzt auf die anhaltende Verbesserung am Arbeitsmarkt sowie steigende Einkommen wegen höherer Tarifabschlüsse.

Die Umfrage ermittelte auch für die Euro-Zone einen positiven Trend: Der entsprechende Index übersprang ebenfalls die 50er Marke und erreichte 52,4 Punkte nach 48,1 Punkten im Vormonat. Allerdings wirkten sich hier vor allem die deutlichen Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Getränken aus, wodurch der Umsatz künstlich aufgebläht wurde.

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