Einkaufsmanagerindex: Frühindikator liegt auf Rekordhoch

Einkaufsmanagerindex
Frühindikator liegt auf Rekordhoch

Auftragseingänge und Produktion sind bei deutschen Unternehmen im Februar stark gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts kletterte auf einen Höchststand. Und auch Europas Sorgenkinder sind im Aufschwung.
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Berlin

Die starke Nachfrage nach Produkten "Made in Germany" schiebt das Wachstum der Industrie so stark an wie seit mindestens 15 Jahren nicht. Auftragseingang und Produktion schnellten im Februar in die Höhe, wie das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter hunderten Betrieben mitteilte. Die steigenden Preise für Rohstoffe machten den Firmen zwar zu schaffen, schrieben die Experte. Doch zunehmend gelinge es, die Kosten an die Kunden weiterzureichen.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg nach endgültigen Berechnungen auf 62,7 Punkte von 60,5 Zählern im Januar und erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Umfrage im April 1996. Bereits seit Oktober 2009 liegt das Barometer damit über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Daten deuteten darauf hin, dass die Industrie ihre Produktion kräftig gesteigert habe, schrieben die Markit-Forscher. "Die Investitionsgüter-Produzenten sind der Treiber des Wachstums in der Industrie", sagte Markit-Volkswirt Tim Moore. "Dieser Sektor trug auch am stärksten zum Exportwachstum bei."

Angesichts der anhaltend starken Nachfrage stellten die Firmen neue Mitarbeiter in Rekordtempo ein. Damit stockten die Industriebetriebe ihre Belegschaften nunmehr seit elf Monaten auf. Die steigenden Preise für Rohstoffe und Vormaterial können die Firmen zunehmend auf ihre Kunden überwälzen. Sie hoben ihre Verkaufspreise so stark an wie seit Januar 2007 nicht mehr. Bereits im Januar waren die Erzeugerpreise kräftig gestiegen. Die Erzeugerpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation, weil der Handel höhere Kosten zumindest teilweise an seine Kunden weitergibt.

Vom deutschen Aufschwung und der leichten Belebung in Krisenländern wie Spanien profitiert auch die Industrie in der Euro-Zone. Der Einkaufsmanagerindex erreichte im Februar mit 59,0 Punkten das höchste Niveau seit mehr als zehneinhalb Jahren, teilte das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 3000 Firmen mit. "Spitzenreiter Deutschland, aber auch Österreich und die Niederlande wiesen allesamt neue Umfragehochs aus", hieß es. Auch in hoch verschuldeten Sorgenstaaten wie Irland und Spanien ging es aufwärts. Lediglich in Griechenland meldeten die Unternehmen abermals Geschäftseinbußen.

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