Einkaufsmanagerindex
Hoffnungsschimmer für den Euro-Raum

Der Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum deutet auf einen schrumpfenden Industrie- und Dienstleistungssektor. Dennoch ist die Talfahrt gestoppt. Experten hoffen, dass die Rezession zum Jahresende ausgestanden ist.
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Berlin/LondonDie krisengeplagte Euro-Zone steuert auf ihre zweite Rezession in drei Jahren zu. Der Einkaufsmanagerindex lag auch im August unter der Marke von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. Dennoch stieg der Index zum ersten Mal seit langem wieder um 0,1 auf 46,6 Punkte, teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter Tausenden Unternehmen mit. Markit befürchtet, dass die Wirtschaft der 17 Euro-Länder im laufenden dritten Quartal um 0,5 bis 0,6 Prozent schrumpft. Bereits im Frühjahr hatte es einen Rückgang um 0,2 Prozent gegeben.

Der Einkaufsmanagerindex setzt sich aus Teilindizes für Industrie und Dienstleistungen zusammen. Der Index für die Industrie in der Eurozone verbesserte sich kräftig um 1,3 auf 45,3 Punkte. Einige Experten werten dies als Hoffnungsschimmer. "Die Daten geben Hoffnung, dass die Rezession im Euroraum zur Jahreswende endet," schreibt Commerzbank-Ökonom Christoph Weil in einem Kommentar. Einen wichtigen Grund hierfür sieht er in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Das niedrige Zinsniveau werde über kurz oder lang die Binnennachfrage anregen. Auch der Bremseffekt durch die Sparanstrengungen in den Peripherieländern dürfte aus seiner Sicht zumindest nicht stärker werden. Außerdem erwartet Weil, dass sich die schwächelnde Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder fängt. Hierfür sprächen die Zinssenkungen in den Schwellenländern.

Ähnlich sieht dies Postbank-Analyst Thilo Heidrich. Der Anstieg des Einkaufsmanagerindex für die Industrie sei wesentlich stärker gewesen, als der Markt erwartet hätte. Der August-Wert spreche für eine allmählich einsetzende Stabilisierung, so Heidrich.

Anders als bei der Industrie hat sich allerdings der Ausblick für den Dienstleistungssektor weiter verschlechtert. Der Indikator ging um 0,2 Prozentpunkte auf 47,5 Zähler zurück. In Deutschland stieg das Barometer für die Industrie sogar um 2,1 auf 45,1 Punkte, den höchsten Stand seit Mai. Experten hatten nur einen leichten Anstieg auf 43,4 Zähler erwartet. Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, schrumpften auch Produktion und neue Aufträge im August nicht mehr so stark wie im Juli. Der Servicesektor rutschte dagegen von 50,3 auf 48,3 Zähler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " Einkaufsmanagerindex: Hoffnungsschimmer für den Euro-Raum"

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  • Aha. Nun bin aber ganz schlau, dank dieser hervorragenden "Experten"
    "Das niedrige Zinsniveau werde über kurz oder lang die Binnennachfrage anregen".
    Also weil die EZB die Zinsen niedrig hält, was den normalen Verbraucher ja gar nicht betrifft, steigt die Binnennachfrage.
    Aha, haben wir dann mehr Geld? Steigen durch die niedrigen Zinsen die Löhne, die Renten, so dass wir mehr Geld haben um den Binnenmarkt anzuregen?
    Und werden die hohen Strom- und Spritpreise gesenkt?
    Also was für bescheuerte Aussagen sind das denn?
    Ich nehme mal an, das ist eine vom Politbüro beauftragte Meldung für das dumme Volk

  • Keinen Schimmer !
    Wir hatten heute ein Gespräch mit folgenden Maßnahmen:

    1. Reduktion der Leiharbeitskräfte um 75%
    2. Negative Zeitkonten
    3. Black list in Vorbereitung
    4. Auftragseinbruch Produktionspartner 50% - Stammpersonal weiter abbauen.

    Und jetzt kommt ihr vom HB dran.

  • ...nun ja - diese Medien können informativ sein, wenn man immer davon ausgeht, dass ungefähr das glatte Gegenteil dessen was behauptet wird der Wahrheit entspricht.

    Bei Artikel aus dem Hause Reuters (gehört mE der führenden Familie der Finanzmafia) kann man sich auf diese Regel blind verlassen.

    Medien sind nicht da um zu informieren sondern um zu manipulieren. Und das tun sie mit Erfolg.

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