Einkaufsmanagerindex
Industrie-Aufschwung deutlich gedämpft

Die Geschäfte der Industrie in der Euro-Zone haben im Oktober unerwartet deutlich an Schwung verloren. Damit hatten Analysten nicht gerechnet – und sprechnen nun von „harten Zeiten“ für den Sektor.

HB BERLIN. Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex für die Branche sank vorläufigen Berechnungen zufolge auf 51,5 von 53,2 Punkten, wie das britische Forschungsinstitut NTC zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mitteilte.

Analysten hatten mit einem Rückgang auf lediglich 53,0 Zähler gerechnet. Der Index signalisiert damit zwar immer noch Wachstum, liegt aber auf dem niedrigsten Stand seit gut zwei Jahren. Das Neugeschäft brach deutlich ein: Die Aufträge stagnierten nahezu und entwickelten sich damit so schleppend wie zuletzt vor rund zweieinhalb Jahren. Auch die Bestellungen von Exporten legten nur noch wenig zu.

Die Dienstleister hingegen erholten sich von ihrem kräftigen Dämpfer im September, als der RBS/NTC-Index auf den tiefsten Stand seit August 2005 gesunken war. Im Oktober kletterte das Stimmungsbarometer nun überraschend deutlich auf 55,6 von 54,2 Zählern. Volkswirte hatten mit einer Verbesserung auf 54,5 Punkte gerechnet. Das Auftragsplus beschleunigte sich ebenso wie der Auftragsbestand. Die insgesamt positiven Geschäftserwartungen trübten sich weiter leicht ein. Die Finanzmarktkrise hatte den Gegenwind für die Dienstleister verschärft.

Die vorläufigen Daten liefern knapp zwei Wochen vor Bekanntgabe der endgültigen Einkaufsmanagerindizes und damit früher als andere Indikatoren einen ersten Überblick über den Konjunkturverlauf. Der RBS/NTC-Composite-Index, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, sank auf 54,5 von 54,7 Punkten. Die endgültigen Daten werden Anfang November veröffentlicht.

Analysten sagten in ersten Reaktionen, der Rückgang deute auf auf harte Zeiten für den Sektor hin. „Es gibt eine klare Entkopplung der Stimmung zwischen den beiden Sektoren Industrie und Dienstleister", erklärte Aurelio Maccario von Unicredit. „Die EZB wird geringfügig erleichtert sein. Das dritte und vierte Quartal wird voraussichtlich nicht so schlecht sein. Wegen der anziehenden Inflation wird die Notenbank aber wohl weiter Signale für eher steigende Zinsen geben."

Marco Bargel von der Postbank meinte, der Euro, der steigende Ölpreis und die Angst, dass die Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft überspringt, dürften mitgespielt haben. "Es zeigt sich eine Verlangsamung. Die besten Zeiten im Euro-Raum haben wir gesehen."

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