Einkaufsmanagerindex
Industrie trotzt der Stärke des Euro

Die Industrie in der Euro-Zone hat trotz des hohen Euro im November wieder an Tempo gewonnen. Der Einkaufsmanagerindex legte überraschend deutlich zu. Stütze des Währungsraums ist Deutschland.

HB BERLIN. Der Index stieg auf 52,8 Punkte von 51,5 Zählern im Oktober. Dies teilte das britische Forschungsinstitut NTC am Montag mit. Damit erholte sich die Branche stärker als in einer ersten Schätzung (52,6 Punkte) angenommen. Eine wichtige Stütze für den Währungsraum bildete Deutschland, sowohl bei Produktion als auch Beschäftigung. Eine Trendumkehr hin zu zunehmenden Wachstumsraten sehen die Forscher indes nicht.

„Die Branche hat es nicht geschafft, den Schwung aus dem Sommer zurückzugewinnen“, sagte Euro-Zonen-Chefvolkswirt Jacques Cailloux von der Royal Bank of Scotland (RBS), die den Indikator mitveröffentlicht. „Die Daten sind konsistent mit der rückläufigen Industrieproduktion in der Euro-Zone im vierten Quartal“, sagte er. Die Binnennachfrage habe es nicht geschafft, die schwächeren Exportaufträge auszugleichen.

Deutschland als größte Volkswirtschaft des Währungsraumes war im November Spitzenreiter bei der Produktion, gefolgt von Frankreich. Auch beim Beschäftigungsaufbau ging es in Deutschland bergauf, während in Spanien und Frankreich Personal abgebaut wurde.

Wenngleich sich der Gesamt-Index im Vergleich zum Oktober deutlich verbesserte, befindet er sich dennoch auf dem zweitniedrigsten Stand seit zwei Jahren. „Angesichts des Gegenwinds im Verarbeitenden Gewerbe ist es unwahrscheinlich, dass sich die Erholung in diesem Monat als Trendumkehr erweisen wird“, sagte RBS-Chefvolkswirt Cailloux.

Insbesondere das Exportneugeschäft entwickelte sich verhalten. Der Index verbesserte sich nur leicht auf 52,5 von 51,4 im Oktober. Im September hatte der Teil-Index noch bei 53,4 gelegen. In allen vier großen Ländern der Euro-Zone verbesserten sich die Exportaufträge leicht, in Frankreich sogar deutlich. Insbesondere in Deutschland und Italien hat sich das Wachstum in diesem Bereich aber seit Sommer deutlich abgeschwächt. Volkswirte führen dies im Wesentlichen auf den hohen Euro-Kurs zurück, der Exporte in den Dollar-Raum verteuert.

Auch der hohe Ölpreis hinterließ seine Spuren auf der Kostenseite der Unternehmen. Dies bekam Deutschland der Erhebung zufolge am deutlichsten zu spüren. Der entsprechende Teil-Index für die Euro-Zone kletterte auf den höchsten Stand seit drei Monaten.

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