Einkaufsmanagerindex
Industrie und Dienstleister melden sich zurück

Die Reihe unerwartet guter Konjunkturdaten reißt nicht ab. Sowohl die Dienstleister, vor allem aber auch die Industrie in Deutschland melden sich eindrucksvoll zurück. Das lässt sich am Einkaufsmanagerindex ablesen, den Markit Ende vergangener Woche bekannt gab. Belebt sich die Nachfrage nachhaltig, könnte die Wachstumsdynamik weiter zulegen.
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FRANKFURT. „Unsere August-Daten zeigen, dass es in der Industrie und im Service-Sektor wieder rasant bergauf geht“, sagte Markit-Ökonom Tim Moor. Das Barometer, das auf einer vorläufigen Auswertung einer Umfrage unter tausend Firmen der beiden Sparten basiert, steigerte sich so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr. Der Index kletterte gegenüber Juli um 5,2 Zähler auf 54,2 Punkte – und damit über die so wichtige 50-Punkte-Grenze, ab der Wachstum angezeigt wird.

Ausschlaggebend für das Produktionsplus war den Befragten zufolge die nachgeholte Fertigstellung von Projekten und die anziehende Exportnachfrage. Die Dienstleister profitierten eigenen Angaben zufolge von der Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der höheren Investitionsbereitschaft ihrer Kunden, schrieb Markit. Das hohe Exportorderplus und die verbesserten Geschäftsaussichten im Service-Sektor seien „besonders ermutigend“, sagte Moor. Bei den Dienstleistern war der Anteil der Optimisten so hoch wie seit Jahresbeginn 2006 nicht mehr.

In den vergangenen Wochen hatte bereits ein starker Anstieg der Auftragseingänge die Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft und kräftige Zuwächse bei der Industrieproduktion genährt. Dank stark gestiegener Bestellungen vor allem aus dem Ausland hatte die Industrie, die als Taktgeber der deutschen Wirtschaft gilt, zuletzt deutliche Auftragszuwächse erzielt. Volkswirte führen die einsetzende Erholung darauf zurück, dass der Unsicherheitsschock vieler Unternehmen inzwischen abgeklungen ist, leere Läger aufgefüllt und unterlassene Investitionen nachgeholt werden.

Auch die Privatwirtschaft der Euro-Zone hat sich im August auf breiter Front stabilisiert und damit „die 14-monatige Rezession überwunden“, meldete Markit. Der Index für das gesamte Währungsgebiet stieg gegenüber Juli um drei Zähler auf 50 Punkte. Das war der größte Indexgewinn der bisherigen Umfragegeschichte.

Ob die Wachstumsdynamik weiter zunimmt, hängt den Markit-Ökonomen zufolge maßgeblich davon ab, ob sich die Nachfrage nachhaltig belebt. Das könnte von einer verschärften Entlassungswelle und anhaltend kräftigen Preisnachlässen torpediert werden, warnen sie. Zuletzt wurden diese Sorgen aber geschmälert: So verlangsamte sich der Jobabbau im August weiter. Und die Geschäftsaussichten der Dienstleister stiegen auf ein 28-Monatshoch.

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