Einkaufsmanagerindex
Öl-Rekordstände belasten Industrie

Der Industrie in der Euro-Zone geht die Puste aus. Erstmals seit drei Jahren liefen die Geschäfte angesichts Rekordständen bei Öl und Rohstoffen sowie der Euro-Stärke schlechter.

HB BERLIN. Der RBS/Markit-Einkaufsmanagerindex sank um 1,4 Zähler auf 49,2 Punkte und damit unter die Schwelle, ab der Wachstum signalisiert wird. Eine erste Schätzung war jedoch noch etwas negativer ausgefallen. Auftragseingang, Produktion und Beschäftigung gingen zurück. Von den großen Euro-Staaten konnte sich lediglich Deutschland gegen den Trend stemmen.

Frankreich bewege sich dagegen in die gleiche Richtung wie Spanien und Italien, wo sich die Konjunktur in einem alarmierenden Tempo abkühle, sagte der RBS-Chefvolkswirt für die Euro-Zone, Jacques Cailloux. Dies bringe die Europäische Zentralbank in ein Dilemma. Denn höhere Zinsen träfen die Länder mit der schwächsten Wirtschaft am stärksten und vergrößerten so die Unterschiede zwischen den Staaten der Euro-Zone. Allerdings liegt die Inflation derzeit mit vier Prozent so hoch wie nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Die Notenbanker stimmen am Donnerstag über den Leitzins ab, dabei wird mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent gerechnet.

Die Bestellungen schrumpften so stark wie seit Juni 2003 nicht mehr. Dabei gingen sowohl die Orders aus dem Ausland als auch aus dem Heimatmarkt zurück. In Spanien war der Rückgang so stark wie nie seit Einführung des Barometers, in Italien war er nur nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001 stärker. Lediglich in Deutschland wurde wieder etwas mehr bestellt als im Vormonat.

In der Folge fuhren die Firmen auch ihre Produktion herunter. Das Minus sei zwar nur gering ausgefallen, dennoch hätten die Unternehmen zum ersten Mal in fünf Jahren weniger hergestellt. Auch die Beschäftigung ging erstmals seit Februar 2006 leicht zurück. Erneut erwies sich Deutschland als Zugpferd. Hier produzierten die Betriebe etwas mehr als im Vormonat und stellten neue Mitarbeiter ein, allerdings fiel das Plus deutlich geringer aus als in den Vormonaten.

Zugleich sahen sich die Unternehmen einem anhaltenden Kostendruck gegenüber. Öl, Energie und Metalle verteuerten sich kräftig, im Schnitt lag der Preisanstieg bei Rohstoffen so hoch wie seit Juli 2006 nicht mehr. Viele Firmen gaben diese Kosten zumindest zum Teil an ihre Kunden weiter und steigerten ihre Preise deutlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%