Einkaufsmanagerindex
Wirtschaft verliert zu Herbstbeginn an Fahrt

Die Wirtschaft der Euro-Zone wächst weiter, allerdings nicht so stark wie zuvor. Vor allem die großen Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich verloren an Schwung. Doch Ökonomen bleiben weiter positiv.
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BerlinDie Konjunkturerholung in der Euro-Zone hat im Oktober überraschend an Fahrt verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel um 0,7 auf 51,5 Punkte, teilte das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter gut 4.000 Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungssektor mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg auf 52,5 Punkte erwartet. Das Barometer hielt sich aber über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum anzeigt.

„Es ist noch zu früh, um von einem nachlassenden Aufschwung zu sprechen“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Wichtiger sei, dass sich der Index seit nunmehr vier Monaten über der 50-Punkte-Schwelle halte. Das deute auf ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent im vierten Quartal hin. „Obwohl nur moderat, geht der Aufschwung immerhin auf breiter Front weiter“, sagte Williamson. Die gesamte Euro-Zone befinde sich auf Wachstumskurs, doch habe die Dynamik in den größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich nachgelassen. Das Tempo reiche insgesamt nicht aus, um Jobs zu schaffen. Im Gegenteil: Auch im September wurden Arbeitsplätze abgebaut.

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie legte leicht um 0,2 auf 51,3 Punkte zu. Ökonomen hatten mit 51,4 Punkten gerechnet. Das Barometer für die Dienstleister fiel dagegen um 1,3 auf 50,9 Zähler, während die Experten hier einen Anstieg auf 52,4 prophezeit hatten. Die Euro-Zone hatte sich erst im Frühjahr aus einer eineinhalbjährigen Dauer-Rezession gekämpft. Die Wirtschaft wuchs zwischen April und Juni um 0,3 Prozent.

Auch die deutsche Wirtschaft verlor zu Herbstbeginn an Schwung. Der hiesige Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel im Oktober um 0,6 auf 52,6 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu einer Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte. Trotz des zweiten Rückgangs in Folge behauptete sich das Barometer über der Marke von 50 Zählern, ab der es ein Wachstum signalisiert. Die deutsche Wirtschaft bleibe „in guter Verfassung“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. „Die anhaltenden Auftragszuwächse deuten darauf hin, dass sie auch in den kommenden Monaten auf Wachstumskurs bleiben sollte.“

Gebremst wurde die Dynamik von den Dienstleistern. Deren Einkaufsmanagerindex fiel überraschend um 1,4 auf 52,3 Zähler. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen einen leichten Anstieg auf 53,9 Punkte vorhergesagt. Besser lief es in der Industrie, wo das Barometer wie erwartet um 0,4 auf 51,5 Punkte kletterte. Sie meldete auch steigende Exportaufträge. Beide Sektoren bauten allerdings Stellen ab. Im September hatte die deutsche Wirtschaft noch einen Jobaufbau gemeldet.

Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal um kräftige 0,7 Prozent gewachsen, weil die im Winter liegen gebliebenen Arbeiten nachgeholt werden konnten. Für das dritte Quartal sagen von Reuters befragte Ökonomen ein Plus von 0,3 Prozent voraus, für das letzte Vierteljahr von 0,4 Prozent.

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  • Es wurde doch oft, Begründungen genannt, wenn aber von vornerein diese sehr guten Begründungen ignoriert wurden und werden, dann ist das nicht zielführend.

    Im Übrigen, weil es so wenig Aufklärung in den Medien, Schulen und Universitäten gab, hat doch erst dazu beigetragen, dass alleine seit dem Fall der Mauer schon wieder über 150 Tote, auf Grund einer menschenverachtenden Ideologie (wie zur NS Zeit)in Deutschland zu beklagen sind. Aber wie sagte schon Adorno: "Ich habe keine Angst vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten."

  • Kann man ernsthaft von einer “Konjunkturerholung” sprechen, auch noch eine, die “Fahrt” hat, wenn die Eurozone nach sechs Quartalen sinkender Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen ist (gegenüber dem Vorjahresquartal lag das Wachstum auch im zweiten Quartal mit 0,6% im Minus)? Natürlich nicht. Wenn das so ist, kann die Konjunktur aber auch nicht “an Fahrt verloren” haben.
    Zweitens: Gibt es irgendein Indiz dafür, dass die Fortsetzung der Stagnation/Rezession “überraschend” ist? Natürlich nicht. Alle Länder setzen auf staatliche Ausgabenkürzungen und Kürzungen bei Löhnen und Sozialleistungen bzw. ist, wie in Deutschland, keine Abkehr von den vorangegangen Kürzungen absehbar.

  • Irre Konjunkturberichterstattung http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/10/irre-konjunkturberichterstattung-auch-im-handelsblatt/

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