Einkaufsmanagerindizes: Chefökonomen erwarten wachsenden Druck auf die EZB

Einkaufsmanagerindizes
Chefökonomen erwarten wachsenden Druck auf die EZB

Die Einkaufsmanagerindizes für den Euro-Raum liefern starke Indizien dafür, dass sich die Konjunktur deutlich abschwächen wird. In Deutschland erreichte der Einkaufsmanagerindex zum Jahresende seinen niedrigsten Stand seit 28 Monaten. Damit steigt der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), die Zinsen zu senken.
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FRANKFURT. Zu diesem Schluss kommen die Chefökonomen des britischen Forschungsinstituts NTC und der Royal Bank of Scotland (RBS) in einer gemeinsamen Analyse, die demnächst veröffentlicht wird und dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. NTC und RBS erheben und veröffentlichen gemeinsam die Einkaufsmanagerindizes, die zu den wichtigsten Konjunkturindikatoren des Euro-Raums gehören und auch von der EZB stark beachtet werden.

Seit dem Sechsjahreshoch im August letzten Jahres hat sich die Geschäftslage bei gemeinsamer Betrachtung von Industrie und Dienstleistungen erheblich verschlechtert, analysieren Chris Williamson von NTC und Jacques Cailloux von RBS. Im Dezember war sie auf dem niedrigsten Stand seit über zwei Jahren gefallen. Im Januar verschlechterte sie sich erneut, insbesondere im Dienstleistungssektor, wo das Geschäftsklima auf den niedrigsten Stand seit über vier Jahren fiel.

Das Wirtschaftswachstum dürfte sich deutlich verlangsamt haben, schlussfolgern Williamson und Cailloux: von auf das Jahr hochgerechneten 3,2 Prozent zu Jahresbeginn 2007 bis Januar auf 1,5 Prozent. Zu den alarmierenden Abschwungsignalen, die sich schon vor den jüngsten Börsenturbulenzen gezeigt haben, zählen die beiden Chefvolkswirte, dass fast die Hälfte der 14 einzelnen Wirtschaftsbereiche, nach denen die Einkaufsmanagerumfragen aufgegliedert sind, inzwischen schrumpfen oder stagnieren. Dazu zählen Bekleidungs- und Textilherstellung, Bau, Einzelhandel, Hotels und Gaststätten sowie die besonders gebeutelten Finanzdienstleistungen. Am deutlichsten schwächte sich das Wachstum in Italien und Spanien.

Auch in Deutschland erreichte der sektorübergreifende Einkaufsmanagerindex zum Jahresende seinen tiefsten Stand seit 28 Monaten und weist auf eine deutliche Wachstumsverlangsamung hin. Dabei driftete der Dienstleistungsbereich in die Zone ab, die ein Rückgang der Branche signalisiert, während sich die vom Export gestützte Industrie besser hielt.

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