Einschätzung von G-7 und IWF
Ölpreis belastet die Weltwirtschaft

Nach Einschätzung der sieben führenden Industriestaaten (G-7) und des IWF sind durch die hohen Ölpreise auch die Risiken für das weltweite Wachstum und die Preisstabilität gestiegen.

HB WASHINGTON. Die europäische Wirtschaft wachse nur verhalten und die Erholung bleibe ohne Schwung, sagte der deutsche Finanz-Staatssekretär Caio Koch-Weser am Sonntag bei einer Veranstaltung im Rahmen der Herbsttagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Washington. Bundesbank- Präsident Axel Weber sah Risiken für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und der Eurozone im kommenden Jahr. Dennoch werteten die G-7-Finanzminister und Notenbankchefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA den Ausblick für das Wachstum der Weltwirtschaft zunächst noch unverändert positiv.

„Hohe Energiepreise, steigende weltweite wirtschaftliche Ungleichgewichte und wachsender Protektionismus trüben aber den Ausblick“, hieß es in der G-7-Abschlusserklärung vom Samstag. Die Teilnehmer appellierten an die Erdöl produzierenden Länder, zusätzliches Öl bereitzustellen. Sie forderten zur Eindämmung der hohen Ölpreise unter anderem auch die Schaffung weiterer Raffinerie-Kapazität und größere Transparenz auf den Ölmärkten.

Die steigenden Ölpreise werden weltweit, besonders aber in den Industrieländern mit Sorge verfolgt. Von diesen gingen zusätzliche Risiken für das Wachstum aus, sagte Koch-Weser. „Zur Zeit herrscht ein hohes Maß an Unsicherheit, vor allem bezogen auf die tatsächlichen Auswirkungen der Ölpreise“, sagte er. Wenn die Rohölpreise hoch blieben, seien ernsthafte Folgen für einige Volkswirtschaften mit schwacher Binnennachfrage nicht auszuschließen.

Weber sagte dem Handelsblatt, wegen des Ölpreisanstiegs und der hohen Liquidität seien die Preisrisiken „nach oben gerichtet“. Er sprach vom Risiko einer konjunkturellen Abschwächung in Deutschland und der Euro-Zone im nächsten Jahr. Zugleich betonte er: „Wir befinden uns nicht in einem Zinserhöhungszyklus. Wenn es so weit ist, werden wir die Märkte entsprechend darauf vorbereiten.“ Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, warnte, der starke Anstieg der Ölpreise in den vergangenen 18 Monaten werde sich „sehr deutlich“ auf das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone der nächsten drei Jahre auswirken. Der Effekt des höheren Ölpreises werde das Wachstum wohl um rund ein Prozent schmälern.

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